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Donnerstag, 30. Mai 2013

(K)ein Außenseiter: Spargelcremesuppe mit Vanille

Er tut mir echt leid. Ganz alleine steht der dünne, schlaksige Kerl oft bis zum Feierabend im Spargelhäuschen und bleibt nicht selten sogar noch zum Aufräumen. Niemand schaut ihn an, seine Kollegen, die dazu noch viel besser bezahlt werden, stehlen ihm einfach die Schau.
Woran das wohl liegen mag? Klar, er sieht nicht besonders toll aus, scheint manchmal ein wenig grün hinter den Ohren und auch seine Figur könnte besser sein. Aber "billig", wie er auch ab und zu geschimpft wird, ist er sicherlich nicht!
Seine inneren Werte sind doch genauso toll wie die seiner besser verdienenden Kollegen! Ich finde, der Suppenspargel wird oft ungerecht behandelt und sein Image ist viel zu schlecht, weshalb ich hier und heute für seine Rechte eintreten und ein bisschen Werbung machen möchte ;)

Mal ehrlich, kann er denn nicht auch eine Solokarierre machen und im Rampenlicht stehen?
Bei mir schon, er durfte nicht nur für eine Fotostrecke Modell stehen liegen sondern auch 2 mal als Hauptdarsteller unseres Abendessens auftreten.
 




Hier zeigt er sein hübsches Köpfchen. Klar, das der Topmodels seiner Art ist schneeweiß, aber hey - wer ist schon perfekt?









Wie gesagt, seine Figur ist nicht optimal
- aber seine vielen Kurven helfen ihm,
sich elegant vor dem Schäler in Sicherheit zu schlängeln...





Es kommt auch nicht immer auf die Größe an - selbst in so schmächtigen Exemplaren steckt richtig viel Gutes.




Und letztenendes haben sie, egal ob groß oder klein, gerade oder krumm, rein weiß oder mit lila Köpfchen, doch alle eines gemeinsam: Die Hüllen werden schließlich fallen gelassen, die Stangen enden auf dem Teller - dieses Mal einmal mit hausgemachter Hollandaise, gekochtem Schinken und Kartoffeln als Nebenspieler und einmal in Begleitung großartiger Kräuter-Parmesan-Pfannkuchen, zerlassener Butter und Schinken. Rezepte folgen.

 
Suppe habe ich dennoch (auch) aus ihm gemacht - und zwar aus seinen Schalen, den Abschnitten und einigen wenigen Stangen, die die Karriereleiter dann doch nicht ganz hochklettern konnten...



REZEPT für 4 Portionen

Für die Suppe:
Schalen und Enden von 2 kg Spargel
2 große (krumme?) Stangen Spargel
1 Zehe frischer Knoblauch
3 Lauchzwiebeln
Salz
Vanillezucker
1/2 Vanilleschote
1/2 Becher Sahne
50 ml Weißwein
1 großer EL Butter
1 gehäufter EL Mehl
Zitronensaft
Gemüsebrühe (instant)
Muskat



Einlage und Deko:
4 kleine (dünne) Stangen Spargel
etwas Butter
Salz
Pfeffer
Petersilie (gehackt)
Baguette



Spargelschalen und -enden (gut gewaschen) in einem großen Topf mit heißem Wasser übergießen, sodass sie gerade alle bedeckt sind, je 2 TL Salz und Zucker hinzufügen und bei kleiner Hitze zugedeckt 2 Stunden ziehen lassen (nicht kochen!).
Die 2 großen Stangen (Schalen und Enden davon werden mit ausgekocht) in grobe Stücke schneiden, die kleinen Stangen für die Einlage in kleine und die Köpfchen beiseite legen.
Fond durch ein Sieb in einen zweiten Topf gießen, aufkochen und die Stücke für die Einlage darin 4 min blanchieren, nach 2 min auch die Köpfchen hinzufügen. Herausheben und beiseite stellen. Den Fond etwa um 1/3 reduzieren lassen.
Knoblauch abziehen und fein hacken, Lauchzwiebeln waschen, putzen und den hellen Teil (bis das Dunkelgrün anfängt) in feine Stücke schneiden. 1 EL Butter in einem Topf zerlassen, Knoblauch, Lauchzwiebeln und die groben Spargelstücke darin bei milder Hitze andünsten, dann das Mehl unterrühren und mit etwas Fond ablöschen. Unter Rühren den Wein und immer wieder etwas Fond hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist (ca. 1 Liter würde ich schätzen, ist aber Geschmackssache) Restlichen Fond noch heiß in Schraubgläser füllen. Vanillemark herauskratzen und mit der Schote zur Suppe geben. Köcheln lassen, bis der Spargel weich ist, dann die Schote herausfischen, Sahne hinzufügen und fein pürieren. Mit Salz, evtl. Gemüsebrühe, Muskat, Zitronensaft und bei Bedarf noch etwas Zucker abschmecken, nochmal erhitzen, dabei die Spargelstücke für die Einlage hinzufügen und heiß werden lassen. Inzwischen die Spargelköpfe in etwas Butter braten, salzen und pfeffern.
Suppe auf Schalen verteilen, etwas Petersilie und die Spargelköpfe darauf legen (wenn sie denn schwimmen), mit der Vanilleschote dekorieren und mit etwas Baguette servieren.




Jetzt fällt mir wirklich nur noch eines ein: Lecker!
Freund und Gäste waren begeistert und ich durchaus mit mir zufrieden.
Aufwand und vor allem der Zeitbedarf war zwar vergleichsweise hoch, aber was tut man nicht alles für den Star der Saison?
Sind ja auch nur ein paar Wochen im Jahr, und dann ist der Ruhm so schnell vorbei, wie er gekommen ist... Bis zum nächsten Frühjahr.





Damit wünsche ich euch allen einen schönen Feiertag (trotz Regenwetter) und - denen, die morgen auch frei haben - ein schönes, langes Wochenende!

Freitag, 24. Mai 2013

Weil eigentlich November ist: Ziegenfrischkäseparfait mit Rotweinbeeren

Hoppla! Dieses Rezept dümpelt schon eine ganze Weile bei meinen Entwürfen rum und gerade erst ist es aus der Versenkung wieder aufgetaucht. Dabei wollte ich es euch keinesfalls vorenthalten - es hat bloß zum Frühling zunächst nicht so recht gepasst, mit den Beeren und dem Rotwein... Eher ein winterliches Dessert also, aber hey - wenn ich so aus dem Fenster schaue, ist es doch eher Ende November als Ende Mai.

Bevor ich aber jetzt wieder über das Wetter meckere, werfen wir doch mal einen kurzen Blick auf die positiven Seiten des nasskalten Nieselmais:

1. Du hast derzeit viel zu tun? Der Schreibtisch im Büro quillt über? Ist doch super - jetzt ist die richtige Zeit, mal so richtig was wegzuschaffen, ohne dabei sehnsüchtig aus dem Fenster starren zu müssen, denn draußen verpasst du ohnehin nichts!
2. Frühjahrsputz bisher nicht geschafft? Auch dafür bieten sich verregnete Wochenenden jetzt förmlich an, und wenn du schon dabei bist: Miste doch mal deinen Kleiderschrank aus, du musst sowieso die Wintersachen wieder rauskramen!
3. Saunawetter!!! Die perfekte Gelegenheit, nochmal so richtig in einer finnischen Holzhütte zu schwitzen und anschließend im Ruheraum ganz entspannt ein Schläfchen zu machen.
4. Grillen ist nicht drin - schade, klar. Dafür kannst du bei diesen Temperaturen wunderbar Schmorgerichte zubereiten und evtl. das gefrorene (Wild-)Gulasch, für das in der letzten Saison keine Zeit mehr geblieben ist, vor dem Kältetod in der Tiefkühltruhe retten.
5. Wozu auf die Bikinifigur achten? Bei 12 Grad öffnet das Freibad nicht, also kannst du ohne schlechtes Gewissen so viel Schokolade, Kuchen, Dessert und Eis (brrrr) schlemmen, wie du möchtest.

Überzeugt? Hier mein Vorschlag für ein Bomben-Dessert im Anschluss an ein schönes, wärmendes Essen:

REZEPT für 6 Personen

Für das Parfait:
4 Eigelb (L)
2 EL Vanillezucker
2 EL Honig
70 g Ziegenfrischkäse
200 g Sahne

Für die Beeren:
400 g gemischte Beeren (TK)
3-4 EL Vanillezucker (nach Geschmack)
ca. 100 ml Rotwein
2 TL Speisestärke
1 TL Rosmarin (getrocknet), besser ein frischer Zweig


Eigelbe in einer Metallschüssel über dem heißen Wasserbad mit Zucker und Honig dickcremig schlagen (ich habe dafür den Schneebesen-Aufsatz meines schnurlosen Stabmixers genommen, den ich letztes Jahr bei rockthekitchen gewonnen habe. Hat super funktioniert, lieben Dank nochmal für das tolle Gerät, ich bin begeistert!)
Die Metallschüssel in eine mit Eiswasser gefüllt Schüssel setzen und die Masse kalt schlagen. Sahne steif schlagen und vorsichtig unterheben. In 6 kleine Förmchen füllen und min 12 Stunden ins Gefrierfach stellen.

Zum Servieren die Beeren mit Zucker und Wein erhitzen, dabei den Rosmarin in einem Teesieb mitkochen (wenn man einen Zweig nimmt, kann man diesen später einfach entfernen und braucht kein Sieb). Aufkochen lassen und mit der angerührten Speisestärke andicken. Bei Bedarf mehr Zucker hinzufügen.

Parfait aus dem Gefrierfach holen und kurz in heißes Wasser tauchen. Cantuccini zerbröseln (im Blitzhacker). Parfaits stürzen und mit den Bröseln panieren (das ging besser, als ich erwartet hatte!). Parfaits mit der noch warmen Beerensauce servieren.

Das Rezept für das Parfait stammt aus Nicole Stichs (deliciousdays) wunderbaren neuen Buch "Sweets" aus dem ich auch schon das Granola nachgemacht habe. Sie serviert dazu allerdings Cassis-Früchte statt Beerensauce, laut Juliane von Schöner Tag noch! super lecker, sie hat es nämlich hier schon nachgekocht.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und viel Spaß beim Hausputz ;)

Montag, 20. Mai 2013

Statt Baked Beans: Scones mit Rosinen


Über die britische Küche lässt sich bekanntlich streiten, gibt es da doch zahlreiche Eigenartigkeiten:
Beginnen wir mal mit dem Frühstück: Baked Beans on Toast, Bratwürstchen... muss das WIRKLICH sein? Ich lasse mir ein Spiegelei oder ab und an auch mal etwas Speck gern gefallen - aber bei Bohnen hört der Spaß auf.
Das Mittagessen klammern wir mal aus - mit Fish and Chips kann ich durchaus leben :)
Aber zum Dinner dann Lamm mit Minz-Sauce? Lieber nicht, ich bin ohnehin kein großer Fan von Minze, und zum Fleisch brauche ich sie erst recht nicht.
Was die Briten allerdings meiner Meinung nach sehr gut können: Backen. Ich denke an zartes, buttriges Shortbread, Kuchen, und Scones! Scones! Ich liebe sie!
An einem verregneten Tag in Sydney habe ich mir meinen ersten Scone mit meiner lieben Schwester geteilt. Der war noch warm und wurde uns mit Clotted Cream und Marmelade serviert. Ich war hin und weg, und kaum war der letzte Krümel vom Teller verschwunden, haben wir uns noch einen bestellt. Seitdem bin ich glühender Scones-Fan und habe noch so einige während meines Australien-Urlaubs verputzt.
Wieder zu Hause habe ich sie noch nicht sehr oft gebacken, aber wenn, dann zum Frühstück. Statt Bohnen eben...




REZEPT für 6 Scones


160 g Mehl
ein wenig abgeriebene Zitronenschale
45 g Butter
2 TL Backpulver
1 gehäufter EL Vanillezucker
1 Ei
75 g Naturjoghurt
eine Prise Salz
40 g Rosinen



 

Mehl, Zucker, Salz und Backpulver mischen. Die Butter in kleine Stücke schneiden und zum Mehl geben, dann das Ganze zwischen den Fingern zerreiben, bis sich Butter und Mehl gut verbunden haben (das gibt dann ganz feine Brösel). Das Ei in einer Schale verquirlen und die Hälfte davon mit dem Joghurt und den Rosinen zur Mehl-Butter-Mischung geben und zu einem Teig verkneten.
Auf der Arbeitsfläche ca. 1,5 cm dick ausrollen und runde Scones ausstechen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben, das übrige Ei mit etwas Milch vermischen und die Scones damit bepinseln. Im Ofen etwa 12-15 min backen, dann (draußen auf der Terrasse?) noch warm mit etwas Joghurt/Clotted Cream/Butter und Marmelade genießen.


Gefunden habe ich das Rezept hier bei Maren vom Rheintopf und nur minimal abgewandelt. Die Scones werden wirklich wunderbar locker, buttrig zart und nur ganz leicht süß und schmecken einfach himmlisch - Maren am allerbesten mit Lemon Curd, mir mit etwas Natujoghurt und fruchtig-süßer Erdbeermarmelade. Danke sehr, liebe Maren!
Statt Rosinen kann man so ziemlich alles zum Teig geben, was man möchte: Cranberries, Schokodrops, kandierten Ingwer, Datteln. Oder auch gar nichts - das ergibt dann plain Scones...

Freitag, 17. Mai 2013

Schief gewickelt?: Spargel-Wraps mit Hähnchen

Es regnet, und regnet, und regnet... und hört einfach nicht auf. Scheußlich für die meisten, doch ich muss gestehen, dass ich dieses fiese Wetter gerade gar nicht soooooo schrecklich finde. Klar, würde ich mich auch mal über ein paar Sonnenstrahlen auf der Haut freuen, doch damit wäre ich leider nicht alleine: Die liebe Flora, die nach dem langen Winter an den ersten warmen Tagen sowieso schon komplett ausgerastet ist, würde dann erneut voll aufdrehen - und ihre fiesen, gemeinen Pollen noch kräftiger in die Luft schleudern. Alle präzise in Richtung meiner Nase, klar. Die ist sowieso schon ganz wund vom vielen Schneuzen, da möchte ich mir lieber nicht ausmalen, was bei 25 Grad und strahlendem Sonnenschein passieren würde.
Dennoch, so ganz normal entwickelt sich dieser Frühling nicht, oder? Wir haben MAI, und es ist zu kalt, zu nass und irgendwie aprilmäßig... Ich glaube, das Wetter spielt uns dieses Jahr einen riesigen Streich. Oder wir haben einfach Pech, 2013 und so...
In der Hoffnung auf einen schönen Sommer mache ich das Beste daraus, hole ich mir den Frühling kurzerhand auf den Teller und denke mir die Sonne einfach dazu, wenn ich im Nieselregen auf der Terrasse rumhopse und das immer kälter werdende Essen fotografiere.
Denn wenn dieser Frühling glaubt, er könne uns veräppeln, dann... ja dann, dann ist er schief gewickelt!

REZEPT für 6 Wraps

500 g grüner Spargel
4 Lauchziebeln
4 getrocknete Tomaten (in Öl)
400 g Hähnchenbrustfilet
1 TL Honig
6 Kirschtomaten
einige Salatblätter
1 Becher saure Sahne
1 TL abgeriebene Zitronenschale
Zitronensaft
1 Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer
Cayenne-Pfeffer
Sesamöl

6 Tortilla-Wraps
Parmesan


Das Hähnchen abbrausen, trocken tupfen und in kleine Stücke schneiden. Spargel waschen, evtl. schälen und in 1-2 cm große Stücke schneiden, die holzigen Enden wegwerfen. Lauchzwiebeln waschen, längs halbieren und ebenfalls in Stücke schneiden, die getrockneten Tomaten abtropfen lassen und klein schneiden.
Knoblauch abziehen, pressen und mit Zitronenschale und saurer Sahne verrühren. Dip mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken und beiseite stellen.
Öl in 2 Pfannen erhitzen, in der einen das Hähnchen und in der anderen den Spargel einige Minuten bei mittlerer Hitze anbraten. Lauchzwiebeln und getrocknete Tomaten zum Spargel geben, ebenfalls anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Hähnchen mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer würzen, Honig hinzufügen und weiterbraten, bis das Fleisch schön gebräunt ist. In der Zwischenzeit den Salat waschen und trocken schleudern und die Kirschtomaten in Scheibchen schneiden. Wraps erwärmen.
Die Wraps jeweils mit 1 - 2 TL Dip bestreichen, etwas Salat und jeweils 1/6 der übrigen Zutaten darauf verteilen, mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen und fest aufwickeln, dann quer halbieren und servieren.
Schmeckt übrigens auch prima kalt, ich habe die Reste am nächsten Tag im Büro verputzt.

Ich wünsche euch ein schönes (langes) Wochenende und ein frohes Pfingstfest!

Sonntag, 12. Mai 2013

Herausforderung...: Spargelpesto mit Macadamia-Nüssen

8 Jahre - eine verdammt lange Zeit! Zorras Kochtopf ist einer der ersten Foodblogs und seit 2004 online. Und seit nunmehr 8 Jahren (Hammer!) richtet Zorra jeden Monat Blogevents zu den verschiedensten Themen aus. Seit 8 Jahren! Jeden Monat! Jaaaa, ich krieg den Mund auch fast nicht mehr zu, so platt bin ich!
Respekt, liebe Zorra, ich finde es total klasse, wie du das machst!
Für ihr Jubiläums-Blogevent hat sich Zorra dieses Mal ein richtig kniffliges Thema ausgedacht:


8 Jahre Blog-Event - Down Under im kochtopf plus Verlosung (Einsendeschluss 15. Mai 2013)

Down Under lautet das Motto, und die Bedingungen sind eigentlich recht simpel:
Entweder kocht man einen australischen Klassiker, ein Rezept von einem australischen Foodblogger oder einer australischen Foodblogseite, sucht sich ein Rezept eines australischen Kochbuchautors aus, oder nutzt mindestens eine australische Zutat in seinem Gericht.
So. Rezepte von australischen Foodblogs, Foodbloggern oder Kochbuchautoren dürften ja zu finden sein, zumal Zorra da schon einige Vorschläge parat hatte. Mit dem australischen Klassiker wird das schon schwieriger - mir ist nur Pavlova eingefallen, und die mag ich leider nicht. Ich hab dann mal meine Schwester befragt, die ich 2011 ja während ihres Auslandssemesters in Australien besucht habe - ohne Erfolg. Die Australier hätten irgendwie gar nicht so eine richtige eigene Küche, wie z.B. Deutschland, Italien, Asien u.a., sondern eher eine Mischung der britischen mit verschiedenen Küchen.
Also stürzte ich mich auf die australische Zutat: Öööööhm... Känguru? Barramundi? Wo soll ich das denn herbekommen? Das einzige, was mir dann noch einfiel, waren schnöde Macadamia-Nüsse. Jaaaaa, sehr kreativ, ich weiß, aber in Kombination mit saisonalem grünen Spargel doch sehr lecker und vielseitig einsetzbar...




ZUTATEN für 2 Gläschen à (ca.) 200 ml

200 g grüner Spargel
50 g Macadamia-Nüsse (geröstet und gesalzen)
50 g Parmesan
1-2 EL Basilikumblätter
1 oder 2 kleine Zehen frischer Knoblauch
75 ml Rapsöl
Salz
Pfeffer
1/2 - 1 TL Piment d'espelette
1 TL abgeriebene Zitronenschale
1 EL Zitronensaft
Olivenöl zum Bedecken



Spargel waschen, holzige Enden abschneiden, evtl. im unteren Drittel schälen und in Stücke schneiden. Abschnitte in kaltem Wasser aufsetzen, aufkochen und herausheben. Wasser salzen, 1 Prise Vanillezucker hinzufügen und die Spargelstücke ca. 5 min kochen, dann abgießen und in Eiswasser abschrecken. Abtropfen lassen. Nüsse ud Knochlauchzehe(n) hacken, mit Öl, Basilikum, Zitronensaft und -schale in ein hohes Gefäß geben und mit den Spargelabschnitten fein pürieren. Parmesan fein reiben, unterrühren und das Pesto mit Salz (Achtung, salzige Nüsse!), Pfeffer und Piment d'espelette abschmecken. In Schraubgläser füllen, Oberfläche mit Olivenöl bedecken, verschließen und im Kühlschrank aufbewahren (Haltbarkeit etwa 1-2 Wochen).




Schmeckt prima zu Pasta, aber auch top als Brotaufstrich, Dip oder zu Fleisch.
Was meinst du, Zorra, kann man das durchgehen lassen?
(Rezeptidee aus der Lust auf Genuss 5/2013, wie fast immer abgewandelt)

Freitag, 10. Mai 2013

Für's Fundament: Pizzasauce

It's Pizzatime! Wir haben schon recht lange keine mehr selbst gebacken... Allerdings einmal eine liefern lassen (gestern leider auch wieder) und danach dann nachts jeweils 1 Liter Wasser trinken müssen  - schrecklich. Dieser Durst hinterher! Wirklich grausam.
Zum Glück sind wir letzte Nacht aber doch nicht vertrocknet und können in Zukunft wieder selbst unsere Pizza machen, ganz und gar nachdurstfrei...
Ich habe es ja hier schon angekündigt: Heute bekommt ihr das Rezept für meine Standard-Pizzasauce. Nachdem ihr meinen Lieblingteig ebenfalls hier schon kennengelernt hab, nun also die zweite wichtige Zutat für die perfekte Pizza, der Rest - Käse, Belag usw. - lässt sich beliebig variieren und kann eine Pizza mit dem falschen Teig und schlechter Sauce auch gar nicht mehr retten. Wie beim Hausbau: Wenn das Fundament nicht richtig dimensioniert ist, kann darauf auch keine standfeste Villa entstehen...

REZEPT für etwa 2 Gläschen

1 Dose gehackte Tomaten
1 EL Olivenöl
1/2 Zwiebel
1 TL brauner Zucker (oder Honig)
2 TL Tomatenmark
1 Knoblauchzehe
1 großer Schluck Rotwein (ca. 50 ml)
Salz
Pfeffer
getrockneter Thymian und Oregano

Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in Olivenöl anschwitzen, Zucker und Tomatenmark hinzufügen und kurz mitrösten. Mit Rotwein ablöschen, Tomaten dazugeben, salzen, pfeffern und ein wenig köcheln lassen. Dann fein pürieren, nochmal mit Salz und Pfeffer sowie Kräutern abschmecken und einkochen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. In saubere Twist-Off-Gläser füllen, diese gut zudrehen und auf den Kopf gestellt abkühlen lassen.
Hinweis zur Dosierung: Für eine große runde Pizza brauche ich 2-3 EL Soße, ich fülle also immer die nötige Menge für ca. 2 Pizzen in ein kleines Gläschen, so habe ich nach dem Pizzabacken keine Reste!

Das fehlende Foto könnt ihr euch ungefähr so vorstellen: Glas - roter Inhalt - Pizzasauce eben ;)
Ein schönes Wochenende euch allen!