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Sonntag, 5. Februar 2012

Geschwisterrivalitäten: Chicken Tikka Masala

Meiner (meistens) lieben Zwillingsschwester habe ich neulich versprochen (angedroht), dass ich ihr einen Blogbeitrag widme. Hier ist er nun:
Chicken Tikka Masala hab ich das erste Mal gegessen, als sie es bei uns zu Hause gekocht hat. Mit fertiger Paste aus dem Glas (was nicht schlimm ist!).
Das zweite Mal hat sie es ebenfalls zubereitet (auch mit fertiger Paste ;)), allerdings tausende Kilometer weit weg von zu Hause, und zwar an Australiens Sunshine Coast. Dort hat sie ein ganzes Jahr verbracht, studiert, gelebt, geliebt und vor allem unendlich viel Sport gemacht.
Ich hatte nach einigem Hin und Her-Überlegen beschlossen, sie nach meinen letzten Klausuren im Bachelor dort zu besuchen, auch wenn der Flug alleine schon ein kleines Vermögen gekostet hat (ganz zu Schweigen von dem, was ich dort noch ausgegeben habe).
Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass sie mich dazu überredet hat, denn auch wenn wir uns geschwistermäßig einige Male in der Wolle hatten, so war es doch einfach nur ein unglaubliches Erlebnis! Eine Woche in einem Campervan die Küste hinunterfahren, tauchen am Great Barrier Reef, die Sydney Harbour Bridge besteigen - das alles sind Erlebnisse, die ich nicht mehr missen möchte.
Jetzt ist sie schon einige Zeit wieder in Deutschland und macht immer noch sehr viel Sport, sodass sie mich - was die Fitness angeht - um Längen schlägt.
Eines allerdings bilde ich mir ein, ein kleines bisschen besser zu können: Kochen.
Und deshalb, speziell für dich, liebe Schwester, meine eigene Version von Chicken Tikka Masala, ganz ohne Paste aus dem Glas...

Rezept für 2 Personen

1 kleine rote Chilischote
1 Knoblauchzehe
2 cm Ingwer
1 Prise geräuchertes Paprikapulver
1 EL Tomatenmark
2 TL Garam Masala
1/2 Prise Kreuzkümmel
1 Prise Cayenne-Pfeffer
etwas Zitronensaft
500 g Hähnchenbrustfilet
1 rote Zwiebel
1 Prise Zimt, gemahlen
1 1/2 TL Koriander, gemahlen
1/2 TL Kurkuma
400 g stückige Tomaten
100 g Naturjoghurt

Für die Marinade den Ingwer und die Knoblauchzehe schälen , den Ingwer reiben, die Knoblauchzehe durch eine Presse drücken. 1 Prise Kurkuma, Kreuzkümmel, Cayenne-Pfeffer, 1/2 TL Garam Masala, 1/2 TL Koriander, Paprika, Tomatenmark, etwas Zitronensaft und 3 EL Joghurt dazugeben, gut verrühren. Das Fleisch abbrausen, trocken tupfen und mit der Marinade vermengen. Abgedeckt über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.



Am nächsten Tag die Zwiebel abziehen, halbieren, eine Hälfte klein würfeln, die andere in Streifen schneiden. Die Chilischote waschen, halbieren, die Kerne entfernen und klein würfeln. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und das Fleisch darin anbraten. Herausnehmen, etwas Butter (besser wäre Ghee) in der Pfanne zerlassen (mittlere Hitze), die Zwiebel und die Chiliwürfel darin anbraten. Die restlichen Gewürze (1 1/2 TL Garam Masala, 1 TL Koriander, 1/2 TL Kurkuma, 1 Prise Zimt, 1/2 TL Kreuzkümmel) dazu geben, kurz schwenken, bis es schön duftet. Das Hähnchenfleisch und stückige Tomaten hinzugeben, die Dose zu etwa 1/4 mit Wasser füllen und ebenfalls zugeben und etwa 15 min köcheln lassen. Am Ende der Garzeit den restlichen Joghurt hinzugeben, ggf. mit Salz und den anderen Gewürzen nach Geschmack abschmecken. Noch etwas Zitronensaft unterrühren und mit Naan-Brot servieren. Das Rezept für das Naan hab ich übrigens hier schon einmal gepostet.

Es ist gar nicht so einfach, ein Rezept für Chicken Tikka Masala zu finden. Im Internet gibt es geschätzte 234198 Varianten davon, sodass ich mir aus vielen verschiedenen Rezepten einfach ein eigenes zusammengeschustert habe. Original oder nicht (aber wer soll das schon beurteilen, bei so vielen verschiedenen Rezepten) - geschmeckt hat's super.

Kommentare:

  1. Was ist schon original bei einem Gericht, das bei den Briten Standard und bei den Indern unbekannt ist. Also ist Deines sicher auch ein Original. :-)

    Lecker klingen tut's zumindest.

    Und ja, solche Erfahrungen kann einem niemand je nehmen, auch wenn's viel kostet, der Trip nach Australien war's sicherlich wert; klasse, dass Du das gemacht hast!

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  2. Danke :)
    Ich bin auch wirklich froh, dass ich da war, allein die freundliche Art, die die Menschen dort haben und die lockere Lebensart waren den Flug wert!

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