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Montag, 28. November 2011

Weihnachtsnachtisch #2 - oder: Warum man für manche Rezepte doppelte einkaufen sollte

Es gibt so Dinge, die kann man einfach nicht. Manche Leute wollen das aber nicht einsehen und versuchen wieder und wieder, genau diese Sache zu tun. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geht das dann jedes Mal mehr oder weniger gründlich in die Hose.
Zu diesen Menschen gehöre ich auch, leider...
Am Samstag hätte ich eigentlich echt viel zu tun gehabt. Lange aufgeschobener FH-Kram wollte erledigt werden, aber ich muss ja unbedingt einen Nachtisch für den Geburtstag meines Freundes am nächsten Tag machen. An dem ich dann, nebenbei bemerkt, auch nichts erledigt habe. Und dass, obwohl der eigentlich gar kein Dessert wollte. Das hat mich dann den kompletten Samstag und alle meine Nerven gekostet, denn diese Sache kann ich nicht, konnte ich nie und werde ich wahrscheinlich auch niemals richtig können.
Mittlerweile fragt ihr euch sicher, über was genau ich mich hier so aufrege.
Dann schaut euch das Desaster mal an:



Nicht gerade ein Schmuckstück, meine...

...Schoko-Mousse-Torte mit Himbeergelee

Hier das Rezept für Leute, die mit Torten NICHT auf Kriegsfuß stehen:

Für den Boden:
100 g gemahlene Mandeln
50 g Olivenöl
30 g Mehl
100 g Zucker
3 Eier
1 Prise Salz
Abrieb von 1 Bio Zitrone
100 g gefrorene Himbeeren
1 TL Backpulver

Für das Himbeergelee:
200 g gefrorene Himbeeren
2 EL Himbeergeist
30 g Zucker
4 Blatt Gelatine

Für die Desaster-Mousse:
200 g Bitterkuvertüre (min. 70% Kakao)
3 Eigelb
65 ml Milch
330 g Sahne
20 g Zucker

Also backen an sich kann ich ja. Der Biskuit war auch nicht das Problem an der ganzen Sache, wobei ich ihn, statt wie im Rezept beschrieben einfach alles zusammenzurühren, so zubereitet habe:

Eier trennen, Eiweiß steif schlagen, Zucker einrieseln lassen und weiter schlagen. Die Eigelbe nacheinander mit einem Schneebesen unterziehen. Ebenso das Olivenöl. Mehl, Backpulver, Salz und Mandeln mischen, zusammen mit dem Zitronenabrieb zur Eimasse geben und unterheben. In eine mit Backpapier ausgelegte Springform (Rand nicht fetten) geben, zerbröselte, gefrorene Himbeeren darauf verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 170° (Ober-/Unterhitze) ca. 30 min backen, Stäbchenprobe. Herausnehmen, einmal um den Rand schneiden und auskühlen lassen.



Das Gelee war auch machbar:

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Himbeeren auftauen lassen, pürieren und durch ein Sieb streichen. Mit Zucker und Himbeergeist in einem Topf erhitzen, die ausgedrückte Gelatine darin auflösen, in eine flache kuppelförmige Schüssel füllen und ab ins Gefrierfach.

Zu Anfang lief es auch mit der Mousse RELATIV gut:

Kuvertüre fein hacken. Milch und 65 g Sahne aufkochen. Die Eigelbe mit dem Zucker schaumig rühren, heiße Milch-Sahne dazu geben und über dem heißen Wasserbad schlagen, bis die Masse andickt. Soooo, da fing das Drama an. Die blöde Masse wurde und wurde nicht dicklich. Vorgesehen waren eigentlich bloß 2 Eigelb, ich hab dann noch eines dazu gegeben (die Eier waren sehr klein) und von Wasserbad auf Herdplatte gewechselt. Ich war schon kurz davor, die ganze Masse wegzuschütten, da - ein Wunder! - dickte sie an! Hellauf begeistert hab ich dann die Kuvertüre eingerührt und das ganze beiseite gestellt. Siegessicher - was sollte denn jetzt noch schiefgehen? - die restliche Sahne (265 g) steifgeschlagen. Und dann: DER FEHLER. Der noch nicht einmal meine Schuld war. "Sahne unter die leicht heiße Schokomasse heben" oder so ähnlich stand da. Leicht heiß? Na gut, ich habe mich zwar ein wenig gewundert, aber wenn das nun mal da steht... Also, mal schnell die Temperatur getestet, für "leicht heiß" befunden und die Sahne untergehoben.
Es kam, was kommen musste: Die Sahne ist KOMPLETT zerlaufen und das Ergebnis meiner stundenlangen Bemühungen, verdiente die Bezeichnung "Mousse" nicht. Eher "Soße". An dieser Stelle stand ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch.
Natürlich war auch nicht mehr genügend dunkle Kuvertüre übrig, um die gesamte Prozedur noch "schnell" zu wiederholen. Weshalb man IMMER, wenn man etwas nicht gut kann oder nichts schiefgehen darf, vorsichtshalber die doppelte Menge einkaufen sollte. IMMER. Glaubt mir, ich habe daraus gelernt.
Dass diese Suppe jemals wieder fest wird, hab ich nicht geglaubt. Um wenigstens einen Versuch zu starten, die Creme zu retten, hab ich daher schnell 2 Blatt Gelatine eingeweicht, 2 EL der Creme erhitzt, die Gelatine darin aufgelöst und dann nach und nach die restliche Pampe eingerührt. Das war Fehler Nummer 2, denn entgegen all meiner Erwartungen wurde die Masse nach einer Nacht im Kühlschrank dann doch fest. Durch die Gelatine natürlich etwas zu fest. Da kommt doch richtig Freude auf!

Das Gelee holt man jedenfalls aus dem Gefrierfach, wenn man die Mousse zubereitet hat, taucht die Schüssel kurz in heißes Wasser und stürzt den Inhalt mittig auf den Boden, den man vorher natürlich aus der Form geholt hat. Einen Tortenring darum legen und die Mousse auf Boden und Gelee verteilen. Im Kühlschrank min. 4 Stunden fest werden lassen.
Und dann sollte EIGENTLICH eine wunderschöne Torte daraus werden. Wirklich, in der Zeitschrift sah die richtig klasse aus.
Nicht bei mir, wie man auf den Fotos sieht. Ich hab mir aber damit dann auch keine große Mühe mehr gegeben.



Wer sich jetzt fragt, warum ich eine solche Katastrophe überhaupt hier poste, hat natürlich vollkommen Recht. Wollte ich auch erst nicht. Da ich aber gerne etwas dazulernen möchte, habe ich eine Bitte.
Falls sich jemand ebenfalls an dieser Torte versucht, kann er/sie mir vielleicht sagen, wann genau man die Sahne unterheben kann? Welche Temperaturspanne umfasst "leicht heiß"? Ich bin für jeden Rat dankbar!
Geschmacklich lohnt es sich nämlich definitiv, die Torte auszuprobieren. Das beschwipste Himbeergelee, der mandelige Boden und die herbe Schokocreme harmonieren einfach toll. Was mir halt nicht gefallen hat, war die feste und nicht fluffige Konsistenz meiner Mousse und das Aussehen der Torte. Nächstes Mal würde ich auch eine flachere Schüssel für das Himbeergelee nehmen.

Das Rezept stammt übrigens aus der aktuellen Lisa Kochen und Backen - Sweet Dreams. Trotz allem, was mir mit meiner Torte widerfahren ist, werde ich aus dieser Zeitschrift sicher noch etwas nachkochen/-backen. Nur vermutlich erstmal keine Torte...

Sonntag, 27. November 2011

Dekotipps zum 1. Advent!

Hach, die Vorweihnachtszeit!
Überall funkelt und glitzert es, Glühweinduft weht durch die Altstadt und an jeder Ecke gibt es kleine Leckereien. Häuser und Vorgärten werden liebevoll dekoriert, Plätzchen gebacken und Geschenke eingekauft. Jedes Jahr immer wieder schön.
Die Deko ist natürlich ein ganz wichtiges Thema, denn was ist schon Weihnachten ohne die tolle Atmosphäre, die entsteht, wenn kleine Englein und Glitzerhirsche sich mit schimmernden Kugeln vereinen und alles im Kerzenschein funkelt und blitzt?
Leider allzu oft ein teurer Spaß, deshalb wollte ich euch dies keinesfalls vorenthalten:

Sind die nicht toll? Von diesen hübschen Kerlchen wurden mein Freund und ich begrüßt, als wir an diesem Wochenende zu seinen Eltern fuhren.
Die hatten die süßen Engel mit Freunden zusammen gebastelt/gebaut. Kostet nicht viel und ist doch auch viel schöner, als gekauft, oder?

Man braucht:
- Holzscheite für den Körper
- Styroporkugeln und Gips oder Strukturpaste (oder vergleichbares) für den Kopf
- Gewindestäbe o.Ä.
- Edelstahl für die Flügel
- einen handwerklich begabten Mann


Und damit wünsche ich allen einen schönen 1. Adventssonntag und eine zauberhafte Vorweihnachtszeit (ohne Stress)!

Freitag, 25. November 2011

Auf der Suche nach dem perfekten Weihnachtsnachtisch: #1. Spekulatiuscreme mit Espresso-Rum-Sößchen

In der Vorweihnachtszeit, die ja jetzt eeeeeeeeendlich anfängt (der erste Adventssonntag naht!!!), wimmelt es ja nur so von Zeitschriften, die sich ausschließlich mit dem perfekten Festmahl für Weihnachten, Silvester oder einfach eine Vorweihnachtsparty beschäftigen. Und in diesem Jahr kaufe ich sie (fast) alle, denn ich bin auf der Suche nach dem ultimativen Weihnachtsnachtisch. Eine Zeitschrift hat es mir dabei besonders angetan:
"Lisa Kochen und Backen: Sweet Dreams". Die aktuelle. Habt ihr mal das Cover gesehen? Eine Waaaaaaaahnsinns-Schokotorte ist da drauf! Beim Durchblättern hab ich zu meinem Entsetzen festgestellt, dass eben dieses Schmuckstück mehr als 800 kcal PRO STÜCK hat. Ich zähle ja normalerweise keine Kalorien, aber das ist schon heftig...
Neben geschätzten 30 Torten, die ich ALLE essen würde, finden sich darin allerdings auch zahlreiche Cremes, Puddings und Eisträume, weshalb ich recht zuversichtlich bin, darin meinen Nachtisch zu finden.
Den ersten Versuch gabs am Sonntag zum Nachtisch bei unserer Dinnerparty... Zwar auch eine Kalorienbombe, aber hey: Es ist bald Weihnachten!

Zutaten für 4 Portionen

200 ml Milch
1 Zimtstange
60 g Gewürz-Spekulatius
70 g Puderzucker
6 Eigelb
4 Blatt Gelatine
125 g Schlagsahne

100 ml starker Espresso
60 g Rohrohrzucker
1 EL brauner Rum




Gelatine in kaltem Wasser einweichen, Milch mit Zimtstange aufkochen, Zimtstange entfernen und zerbröselte Kekse darin auflösen. Die Eigelbe mit dem Puderzucker schaumig schlagen, in einen Topf geben und die heiße Zimt-Keks"milch" (eher breiige Konsistenz) hineingießen. Bei geringer Hitze so lange rühren, bis die Creme andickt. Die Gelatine darin auflösen und die Masse durch ein Sieb streichen. Abkühlen lassen, dann die Sahne steif schlagen und unterheben. In Schälchen füllen und mindestens 4 Stunden kalt stellen.
Den Espresso mit dem Rum und dem Zucker zu einem Sirup einkochen. Die Creme auf Teller stürzen (das hat, zugegeben, nicht sooooo gut geklappt), mit der Soße übergießen und mit zebröseltem Spekulatius bestreuen.

An den Mengen habe ich geringfügige Änderungen vorgenommen, wie immer. Und okay, ich gebe zu, dass ich die Soße etwas zu lang eingekocht hab, sodass in abgekühltem Zustand die Konsistenz eher Karamellbonbons ähnelte. Geschmacklich aber super, also: Lecker! Ich werde weiter testen, aber dies hier kommt definitiv in die engere Auswahl...