Seitenwechsel

Mittwoch, 21. September 2011

Nostalgie-Essen: Käsespätzle

Es gibt so Gerichte, die Erinnerungen aus der Kindheit wecken, nicht wahr?
So bei mir die Käsespätzle.
Die gab es bei uns früher öfter, zumeist wenn die bayrische Patentante meiner Schwester zu Besuch war. Tante Liesel. Warum, weiß ich auch nicht, Spätzle sind doch schwäbisch, oder nicht? Oder ist das auch so ein Gericht, um das sich verschiedene Regionen streiten?
Mit ihr verbinde ich jedenfalls viele, wundervolle Erinnerungen. Sie hat nicht nur meine Mama tatkräftig unterstützt, als diese 3 kleine Kinder großzuziehen hatte und das gar nicht alles alleine schaffen konnte. Sie hat sich auch immer liebevoll um uns 3 Mädels gekümmert, mit uns wunderschöne Tage im Tierpark verbracht, dafür gesorgt, dass es uns bei zahlreichen Übernachtungen in ihrem riesigen Haus an nichts fehlt und war immer für uns da. Hat jedem von uns immer den Kopf zurechtgerückt, wenn wir nicht weiter wussten und in Begriff waren, den falschen Weg einzuschlagen. Und hat unsere ersten "Koch"-Erfahrungen betreut und sogar "probiert", als wir wild und wahllos tausend verschiedene Gewürze mit Grieß und Wasser vermatscht haben und ihr das servierten. Hach, kleine Kinder kann man so einfach glücklich machen.
Bei diesen schönen Erinnerungen werde ich bisschen traurig, denn sie ist leider nicht mehr da. Aber ich bin dankbar für alles, was ich mit ihr erlebt habe und dass ich eine Frau mit einem so großen Herzen kennenlernen durfte. Ich werde sicherlich noch oft an sie denken. Wenn ich Käsespätzle mache garantiert...

Zutaten für 4 (hungrige) Personen

500 g (Spätzle-)mehl und Mehl für die Zwiebeln
5 Eier, 3 Eigelb (Größe M)
Wasser
1 TL Salz
3 Zwiebeln
100 g Butter
80 g Allgäuer Bergkäse, gerieben
80 g Gouda, gerieben
Schnittlauch



Mehl mit Eiern, Eigelben, Wasser (soviel wie nötig, um einen zähen Teig zu erhalten) und 1 TL Salz in einer großen Schüssel verrühren und mit einem Holzlöffel so lange schlagen, bis der Teig große Blasen wirft. Er sollte zäh vom Löffel fließen, ohne zu reißen. Wenn er zu dick ist, einfach mehr Wasser zufügen.
Den Teig durch eine Spätzlepresse in kochendes Salzwasser drücken. Fertige Spätzle schwimmen an der Oberfläche, können abgeschöpft werden und in einem Sieb gut abtropfen. Wer das kann, benutzt ein Spätzlebrett, aber das traue ich mich nicht. Also ich greife lieber auf die Presse zurück.
2 Zwiebeln schälen, halbieren, in dünne Scheiben schneiden und mit Mehl bestäuben. Die Hälfte der Butter in einer Pfanne zerlassen, die Zwiebeln darin goldbraun braten, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen. Zwiebel Nr. 3 abziehen und fein würfeln, Schnittlauch in Röllchen schneiden. Restliche Butter in einer großen Pfanne erhitzen, die Zwiebelwürfel darin anbraten. Die Spätzle dazugeben und unterheben. Dann den Käse hinzufügen und schmelzen lassen. Die Spätzle in tiefen Tellern mit Zwiebeln und Schnittlauch bestreut servieren.




Dazu kann ich nur sagen: Hmm... Wie früher. Ich liebe Käse.
Das Rezept stammt allerdings nicht von unserer Tante Liesel, denn solche urbayrischen Tanten brauchen keine Rezepte. Für diese Spätzle haben wir mal wieder in die Lust auf Genuss (03/2011) geschaut. Diese Ausgabe enthält nämlich nur typisch deutsche Gerichte, was natürlich super in unsere Wochenplanung passt. Kann ich nur empfehlen, eine wirklich schöne Zeitschrift. Das Rezept für die Spätzle hab ich etwas geändert und andere Käsesorten verwendet (ungewollt). Ich konnte nämlich den Einkaufszettel beim besten Willen nicht entziffern und habe dann leider auf den falschen Käse getippt...

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