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Freitag, 30. September 2011

Wechselt nicht die Farbe: Scharfe Kürbissuppe

Wieder was gelernt: Wusstet ihr, dass ein Chamäleon seine Farbe nicht unbedingt zur Tarnung wechselt, sondern vor allem zur Kommunikation mit seinen Artgenossen? Oder dass der Name übersetzt "Erdlöwe" heißt? Oder, was mich als Bauing. besonders fasziniert: Dass ihre sogenannte "Schleuderzunge" eine Zugkraft von ca. 0,4 Newton bewirken kann? Spannend, oder?
Für diejenigen, die jetzt denken "Was soll das Gefasel über Chamäleons, hat sie nun völlig den Verstand verloren?" : NEIN.
Mir gehts gut. Ich wollte nur einen besonders tollen Beitrag schreiben und habe dafür über Chamäleons recherchiert, wobei ich auf diese ganzen interessanten Fakten gestoßen. Was das mit Essen zu tun hat? Nichts, das stimmt, aber für meine Kürbissuppe gestern abend habe ich nicht den üblichen Hokkaido-Kürbis gekauft, sondern ein etwas hübscheres Exemplar, das sich Chamäleon-Kürbis nannte. So kam dieser wirre Text zustande.
Und für alle, die ich damit vielleicht genervt habe: Diese Suppe macht es wieder wett, versprochen!



Zutaten für 4 Personen:

1 Chamäleon-Kürbis (ca. 600 g Fruchtfleisch blieben am Ende über, der ganze wog 1,1 kg)
2 kleine Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer (ca. 4 cm)
400 ml Gemüsefond
200 ml Kokosmilch
Salz, Pfeffer
Sojasoße
2 TL rote Currypaste
Sesamöl
Zitronensaft



Die Zwiebeln, den Knoblauch und den Ingwer klein schneiden. Kürbis schälen, entkernen und würfeln. Zwiebeln in Sesamöl glasig andünsten, Knoblauch und Ingwer dazugeben und kurz mitdünsten. Den Kürbis dazugeben, Fond angießen und ca. 20 min köcheln lassen, bis das Kürbisfleisch weich ist. Dann die Kokosmilch sowie die Currypaste dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, pürieren. Nochmals erhitzen, bei Bedarf mit Wasser/Brühe strecken, wenn die Suppe zu dick ist. Mit Sojasoße und Zitronensaft abschmecken und mit gerösteten Kernen bestreut servieren.



Oh mein Gott. Ich hätte mich am liebsten in die Suppe gelegt, ehrlich. Leider wird die Suppe nicht so schön orange, wie man es von anderen Kürbissuppen gewohnt ist, aber das tut ja dem Geschmack keinen Abbruch...

Mittwoch, 28. September 2011

Kartoffelpuffer mit Apfelmus

Die deutsche Woche ist ja leider kürzer ausgefallen, als geplant, da unter anderem ein Weinfest die Planung durcheinander warf. Sorry!
Deshalb gab es heute nochmal was Bodenständiges: Ganz simple, aber leckere Kartoffelpuffer! Mjam.
Damit ist es dann erst mal genug mit gutbürgerlicher Küche, wie ich finde. Gar nicht so einfach, sich nur auf deutsche Gerichte zu beschränken. Irgendwie will einem, obwohl es doch soooooo viele leckere Sachen gibt, bei der Essensplanung einfach nichts einfallen...
Also ich bin schon ganz froh, dass ab jetzt auch wieder etwas exotischer gekocht werden darf :)

Zutaten für 2 Personen

700 g Kartoffeln
1 Zwiebel
2 Eier
85 g Mehl
1 EL Speisestärke
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
neutrales Öl zum Ausbacken



Normalerweise sollte man zunächst das Apfelmus bzw -kompott zubereiten. Der Apfelsaft wurde beim Einkauf vergessen und Lust hatte ich auch nicht wirklich, daher hab ich ausnahmsweise geschummelt und gekauftes verwendet.
Ist das Kompott "gekocht", sollte man sich besser auf die Couch verziehen und jemand anderen die Puffer zubereiten lassen, denn man riecht danach verdächtig nach Frittenbude... Unschön.
Jedenfalls: Kartoffeln und Zwiebel schälen (lassen) und in eine Schüssel reiben (ich find's grob am leckersten). Ei, Mehl und Stärke dazugeben, gut vermischen und die Masse ordentlich mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. In einer großen Pfanne Öl erhitzen und nacheinander mehrere Puffer beliebiger Größe ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen, bei Bedarf im Ofen warmhalten. Mit Apfelkompott servieren.

Donnerstag, 22. September 2011

Bayrische Creme

Ich liebe ja Nachtisch. Und ich geb's ja zu: Ohne was Süßes nach dem Essen geht eigentlich gar nichts. Da kann ich auch noch so satt sein, und wenn es nur ein klitzekleines Stückchen Schokolade ist, es muss sein.
Da wir ja diese Woche nur deutsche Gerichte kochen wollen, musste auch ein entsprechendes Dessert her. Ich steh ja total auf Dampfnudeln und sowas, mein Mitesser aber nicht. Die Wahl fiel schließlich auf einen Klassiker: Bayerische Creme. Damit leiste ich dann auch zum ersten Mal überhaupt einen Beitrag zu einem Blog-Event. Zorra möchte nämlich zum 7.ten Bloggeburtstag vom kochtopf was Süßes. Kann Sie haben :). Und alles Gute zum Geburtstag!

7 Jahre kochtopf - Blitz-Blog-Event - Gib ihm Süsses! (Einsendeschluss 30. September 2011)


Zutaten für 6 Gläschen à 140 ml

2 ausgekratze Vanilleschoten
Mark von 1 Vanilleschote
400 ml Milch
3 Blatt Gelatine, weiß
100 g Zucker
4 Eigelb
200 g Schlagsahne



Die Milch mit dem Zucker und den Vanilleschoten aufkochen, derweil die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Eigelbe in eine Schüssel geben, die Vanilleschoten aus der Milch nehmen und diese zu den Eigelben gießen und verrühren. Den Mix zurück in den Topf geben und bei kleiner bis mittlerer Hitze ca. 5 min rühren, bis die Soße eine dickliche Konsistenz aufweist. Die Gelatine ausdrücken und in der heißen Soße auflösen, dann alles (auf Eis) abkühlen lassen. Die Sahne steif schlagen und unter die Creme heben. In Glässchen füllen und mindestens 4 Stunden kalt stellen.
Dazu gabs Erdbeersoße. Dafür einfach gefrorene Erdbeeren mit Puderzucker aufkochen, evtl. etwas Zitronen- oder Limettensaft zugeben, pürieren, durch ein Sieb streichen und abkühlen lassen. Eventuell mit frischen Beeren servieren.



Ich mach's kurz: I LIKE. Ups, das war nicht deutsch. Also: Guat woar's. Anregung für dieses Rezept Lust auf Genuss 03/2011

Mittwoch, 21. September 2011

Nostalgie-Essen: Käsespätzle

Es gibt so Gerichte, die Erinnerungen aus der Kindheit wecken, nicht wahr?
So bei mir die Käsespätzle.
Die gab es bei uns früher öfter, zumeist wenn die bayrische Patentante meiner Schwester zu Besuch war. Tante Liesel. Warum, weiß ich auch nicht, Spätzle sind doch schwäbisch, oder nicht? Oder ist das auch so ein Gericht, um das sich verschiedene Regionen streiten?
Mit ihr verbinde ich jedenfalls viele, wundervolle Erinnerungen. Sie hat nicht nur meine Mama tatkräftig unterstützt, als diese 3 kleine Kinder großzuziehen hatte und das gar nicht alles alleine schaffen konnte. Sie hat sich auch immer liebevoll um uns 3 Mädels gekümmert, mit uns wunderschöne Tage im Tierpark verbracht, dafür gesorgt, dass es uns bei zahlreichen Übernachtungen in ihrem riesigen Haus an nichts fehlt und war immer für uns da. Hat jedem von uns immer den Kopf zurechtgerückt, wenn wir nicht weiter wussten und in Begriff waren, den falschen Weg einzuschlagen. Und hat unsere ersten "Koch"-Erfahrungen betreut und sogar "probiert", als wir wild und wahllos tausend verschiedene Gewürze mit Grieß und Wasser vermatscht haben und ihr das servierten. Hach, kleine Kinder kann man so einfach glücklich machen.
Bei diesen schönen Erinnerungen werde ich bisschen traurig, denn sie ist leider nicht mehr da. Aber ich bin dankbar für alles, was ich mit ihr erlebt habe und dass ich eine Frau mit einem so großen Herzen kennenlernen durfte. Ich werde sicherlich noch oft an sie denken. Wenn ich Käsespätzle mache garantiert...

Zutaten für 4 (hungrige) Personen

500 g (Spätzle-)mehl und Mehl für die Zwiebeln
5 Eier, 3 Eigelb (Größe M)
Wasser
1 TL Salz
3 Zwiebeln
100 g Butter
80 g Allgäuer Bergkäse, gerieben
80 g Gouda, gerieben
Schnittlauch



Mehl mit Eiern, Eigelben, Wasser (soviel wie nötig, um einen zähen Teig zu erhalten) und 1 TL Salz in einer großen Schüssel verrühren und mit einem Holzlöffel so lange schlagen, bis der Teig große Blasen wirft. Er sollte zäh vom Löffel fließen, ohne zu reißen. Wenn er zu dick ist, einfach mehr Wasser zufügen.
Den Teig durch eine Spätzlepresse in kochendes Salzwasser drücken. Fertige Spätzle schwimmen an der Oberfläche, können abgeschöpft werden und in einem Sieb gut abtropfen. Wer das kann, benutzt ein Spätzlebrett, aber das traue ich mich nicht. Also ich greife lieber auf die Presse zurück.
2 Zwiebeln schälen, halbieren, in dünne Scheiben schneiden und mit Mehl bestäuben. Die Hälfte der Butter in einer Pfanne zerlassen, die Zwiebeln darin goldbraun braten, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen. Zwiebel Nr. 3 abziehen und fein würfeln, Schnittlauch in Röllchen schneiden. Restliche Butter in einer großen Pfanne erhitzen, die Zwiebelwürfel darin anbraten. Die Spätzle dazugeben und unterheben. Dann den Käse hinzufügen und schmelzen lassen. Die Spätzle in tiefen Tellern mit Zwiebeln und Schnittlauch bestreut servieren.




Dazu kann ich nur sagen: Hmm... Wie früher. Ich liebe Käse.
Das Rezept stammt allerdings nicht von unserer Tante Liesel, denn solche urbayrischen Tanten brauchen keine Rezepte. Für diese Spätzle haben wir mal wieder in die Lust auf Genuss (03/2011) geschaut. Diese Ausgabe enthält nämlich nur typisch deutsche Gerichte, was natürlich super in unsere Wochenplanung passt. Kann ich nur empfehlen, eine wirklich schöne Zeitschrift. Das Rezept für die Spätzle hab ich etwas geändert und andere Käsesorten verwendet (ungewollt). Ich konnte nämlich den Einkaufszettel beim besten Willen nicht entziffern und habe dann leider auf den falschen Käse getippt...

Dienstag, 20. September 2011

Wenn's kracht und knuspert: Schweinekrustenbraten

Ich liebe knusprige Speisen... Wenn's im Mund schön kracht und knuspert ist das einfach nur toll und immer lecker. Egal, ob Süßspeise oder Deftiges, Kruste bedeutet automatisch "gut", oder nicht? Ein paar Beispiele:
- Knusprige Brotkruste und weiche Krume - hmmm!
- Wer unknusprige Bratkartoffeln? Oder gummiartige Brötchen vom Vortag, in einer Plastiktüte aufbewahrt und nicht mal aufgebacken?
- Crème brûlée ohne knackig karamellisierten Zucker?
Ich glaube, ich habe meinen Standpunkt klargemacht. Heute gab's, gutbürgerlich, einen klassischen SchweineKRUSTENbraten... Mit schöner, knuspriger Kruste!?



Hoppla, hab ich das Rezept vergessen?
Nein.
Mit Absicht weggelassen. Denn trotz des sehr vielversprechenden Rezeptes ist wohl irgendetwas schief gelaufen: Die Schwarte war so gar nicht knusprig. Sehr schade, es hat allerdings trotzdem gut geschmeckt, das Fleisch war schön saftig und die Sauce zwar etwas fettig, aber (Fett ist halt Geschmacksträger) lecker.
Das Rezept gibt es dann beim nächsten Mal, wenn es bis zu ausreichender Knusprigkeit perfektioniert wurde...

Montag, 19. September 2011

"O' zapft is!" - Gutbürgerliche Woche bei Ko(ch)lloquium

Das Oktoberfest in München hat begonnen, was zahlreiche Lebensmittelmärkte zum Anlass nehmen, deutsche und vor allem bayrische Spezialitäten in ihr Angebots-Heftchen zu packen. So auch unser Lieblings-Edeka-Markt. Es wimmelte nur so von Haxen, Händl und Hefeweizen. Das wiederum hat mich dazu bewogen, folgendes zu beschließen: Diese Woche steht ausschließlich deutsche Küche auf dem Speiseplan. Pizza, Pasta und Co. sind demnach gestrichen und machen Platz für die vielen heimischen Leckereien, die diese Woche auch noch wirklich günstig zu bekommen sind.
Und so starten wir heute Abend zwar ohne viel Aufwand und Rezept, aber trotzdem lecker in diese Woche, denn es gibt:

WEIßWÜRSTE MIT SÜßEM SENF UND LAUGENBREZELN


Damit auch ein ganz lieben Gruß an meine tolle Zwillingsschwester in Australien, die bei meinem Besuch im Juni unglaubliche 3,50 Dollar (glaube ich, jedenfalls war's unglaublich viel) für eine gaaaaanz normale Laugenbrezel ausgegeben hat. Ich hoffe, die Aussicht auf leckeres, deutsches Essen macht dir den nahenden Abschied ein kleines bisschen leichter!

Donnerstag, 15. September 2011

Von einem, der die Runde macht: Paules Schuedi

Vor einigen Wochen ist er mir zum ersten Mal begegnet: Der Schuedi von Paules Oma. Und zwar bei Paules Ki(t)chen. Das Original an sich fand ich zwar interessant, es stand aber auf meiner Nachback-Liste nicht ganz oben. Bis dann diese Variation auftauchte, und das nicht nur bei Paule, sondern auch hier. Die wollte ich, unbedingt und am liebsten innerhalb der nächsten halben Stunde. Daraus wurde natürlich nichts: Keine Zeit, keine Hefe, kein Mohn und keine Mirabellen . Gestern hatte ich Zeit, Hefe und Mohn. Aber keine Mirabellen! Ich habe die Mirabellen-Zeit tatsächlich verpasst, darf das denn wahr sein? Einen kurzen Moment war ich verzweifelt und wollte alle Back-Pläne des gestrigen Nachmittags schon in den Wind schießen, als mir ein Gedanke kam. Hatte Paule nicht eine Schuedi-Reihe angekündigt, mit vielen Variationen des mittlerweile ja fast berühmten Originals? Warum also nicht einfach selbst eine kleine Abwandlung kreieren?
Herausgekommen bei diesem Experiment ist, leider fast banal, aber dennoch lecker:

SCHUEDI MIT BIRNEN UND VANILLE-BUTTER


Hier nochmal das Grundrezept von Paules Ki(t)chen mit meinem Belag

Für den Teig (wenn möglich zimmertemperiert):
350 g Mehl Typ 550
160 g Milch
20 g frische Hefe
50 g Butter
30 g Rohrzucker
1 Ei
1 TL Salz

Für den Belag:
80 g weiche Butter
1 1/2 EL Rohrzucker
Mark von 1 Vanilleschote
4 kleine Birnen (ca. 400 g)



Hefe in 3 Esslöffel Milch auflösen und beiseite stellen.

Restliche Milch, Butter und Zucker erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist. Auf mindestens 38°C abkühlen lassen, sonst sterben die Hefekulturen ab.

Mehl in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Milchmischung hinzugeben, sowie Ei und aufgelöste Hefe. Alles 4 Minuten auf Stufe 1 (von 4) kneten. Salz hinzugeben und auf Stufe 2 weitere 8 Minuten kneten. Zugedeckt 40 Minuten ruhen lassen.

Eine passende Tarte- oder Backform buttern und mehlieren. (Ich wollte ursprünglich einen kleinen Schuedi in einer 20er Springform backen, bis mir auffiel, dass in den Teig 1 ganzes Ei gehört. Wie sollte ich das halbieren? Habe dann doch die volle Menge genommen und 2 kleine Schuedis gebacken.)

Den Teig kurz entgasen, rund formen und mit den Händen in die Form(en) drücken. Zugedeckt ca. 30-40 Minuten gehen lassen.

Backofen rechtzeitig auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Butter für den Belag mit dem Zucker und dem Vanillemark verrühren. Birnen schälen, das Kerngehäuse entfernen und klein schneiden (in etwa die Größe von halbierten Mirabellen ;) ).

Mit dem Daumen dicht nebeneinander Vertiefungen in den Teig drücken, mit einem kleinen Löffel (okay, ich gebe zu, ich habe die Finger genommen) die Buttermischung auf die Löcher verteilen und die Birnenstückchen hineindrücken.

Im vorgeheizten Ofen ca. 30 min backen. Abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreut servieren.



Auch ich reihe mich hiermit in die lange Schlange der Schuedi-Begeisterten ein. Der Teig ist sowas von lecker! Das mit den Mirabellen macht mich zwar immer noch traurig, aber mit Birnen hat es mir auch geschmeckt. Danke also für das tolle Rezept, Paule!

Mittwoch, 14. September 2011

Für kalte Abende: Indonesischer Schmortopf (Beef Rendang)

Ich habe es ja schon erwähnt: Es wird Herbst. Die Tage werden kürzer, grauer, und es wird kälter. Zumindest nach dem kommenden Wochenende, wenn man dem Wetterbericht Glauben schenken kann.
Eigentlich halte ich am Sommer fest, solange ich kann, und bin unendlich traurig, wenn er wirklich und endgültig vorbei ist. Und doch gibt es eine Sache, die mich fast hoffen lässt, dass es endlich Herbst wird: Schmorgerichte! Ich liebe sie!
Vielleicht sind es die Kindheitserinnerungen, die beim Geschmack von Gulasch, Rouladen und Co. in mir wach werden? Vielleicht ist es aber auch das wunderbar zarte Fleisch, für das man nicht einmal ein Messer braucht? Oder die Tatsache, dass solche Gerichte an kalten Abenden wunderbar wärmen? Ich weiß es nicht.
Heute jedenfalls war es mir schon kalt genug und gab eine etwas exotischere Variante, die nicht zuletzt wegen des beachtlichen Anteils an Ingwer und Chili kräftig einheizt...

Zutaten für 4 Portionen

125 ml Wasser
2 Zwiebeln
ca. 4cm Ingwer
1 Knolle Solo-Knoblauch
7 rote Chilischoten, getrocknet
1 Stängel Zitronengras
1 EL Curcuma, gemahlen
1 TL Krezkümmel, gemahlen
2 TL Koriander, gemahlen
1 kg Rindfleisch zum Schmoren
400 ml Kokosmilch, ungesüßt
1 EL Zitronensaft
1 TL brauner Zucker

Jasmin Reis
Salz
Butter



Zwiebeln und Knoblauch schälen und würfeln. Zitronengras flach dücken, das äußere Blatt entsorgen, in Ringe schneiden. Den Stiel der Chilis entfernen. Ingwer schälen und klein schneiden. Alles zusammen mit dem Wasser und den Gewürzen im Mixer fein pürieren. Das Fleisch abbrausen, trockentupfen und grob würfeln, zusammen mit der Paste in einen Topf geben und aufkochen. Kokosmilch dazugeben und bei kleiner Hitze ca. 2 Stunden köcheln lassen, dabei ab und zu umrühren.
Den Reis passend zum Ende der Garzeit so zubereiten: Die gewünschte Menge (wir hatten 1 Tasse für 2 Personen) unter lauwarmem Wasser abspülen, um evtl. vorhandenen Mehlstaub zu entfernen. Reis mit einem Stück Butter und etwa der 1,5 fachen Menge Wasser (also etwas mehr als 1,5 Tassen bei uns) in einen Topf geben und aufkochen lassen. Dann die Temperatur reduzieren, den Deckel auf den Topf legen und bei milder Hitze gar quellen lassen (umrühren nicht vergessen). Das dauert ca. 20 min.
Am Ende der Garzeit Zitronensaft und Zucker zum Fleisch geben, unterrühren und das Ganze mit dem Reis servieren.



Das Rezept ist geringfügig modifiziert und stammt aus der Lust auf Genuss 3/2010.
Es war sooooo lecker. Höllisch scharf, aber unglaublich gut! Kleiner Tipp: Sucht euch jemanden, der ab und an umrührt und den Reis zubereitet und macht in der Zwischenzeit einen laaaaaaaaaaaaaangen Spaziergang durch die herbstlichen Felder oder so. Kaum ist die Kokosmilch drin, riecht das Gericht nämlich so lecker, dass die 2 Stunden Schmorzeit zur Qual werden...

Sonntag, 11. September 2011

Trostspender: Birnen-Ziegenkäse-Tarteletts

Heute war's ja mal so RICHTIG ungemütlich draußen. Grau, nass und kalt. Dabei hatte der Tag doch so schön angefangen!
Im Heimatort meiner lieben Omi war Fischereifest. Da fahren wir jedes Jahr zusammen hin. So auch heute: Den grauen Himmel im Hinterkopf haben sie und ich uns entsprechend mit Regenjacken gerüstet, sind ins Auto gehüpft (okay, gelogen, meine Omi kann nicht mehr so gut hüpfen) und zum Teich gefahren. Und haben da die leckerste Forelle überhaupt gegessen. Diese kam frisch aus dem Räucherofen, war noch warm und einfach wahnsinnig gut. Zwei dieser leckeren Exemplare liegen auch jetzt im Kühlschrank und warten nur darauf, morgen abend mit Bratkartoffeln verspeist zu werden.
Das Ganze hat mich jedoch noch nicht vollständig über das mistige Wetter hinweg getröstet, und so musste abends auch noch was leckeres auf den Teller. Da es jetzt - ich traue mich kaum es zu sagen - wohl Herbst ist, gab es ein entsprechend herbstliches, aber wirklich gutes Abendessen:




Zutaten für 6 Tarteletts (10cm Durchmesser)

1 Rolle frischer Blätterteig
3 Birnen
1 EL Honig
1 Rolle Ziegenkäse (150 g)
Salz, Pfeffer
Thymian




Den Backofen auf 180° (Ober-/Unterhitze) vorheizen. 6 Tartelett-Förmchen fetten, aus dem Teig 6 passende Kreise ausstechen und in die Förmchen legen. Die Birnen schälen, achteln, das Kerngehäuse entfernen und jeweils 4 Spalten auf den Teig legen. Den Ziegenkäse in dünne Scheiben schneiden und auf den Birnen verteilen. Salzen, pfeffern und mit Thymian bestreuen. Etwas Honig auf jedes Törtchen träufeln und ca. 30 min backen.


Bei uns war das keine Vor- sondern die Hauptspeise. Für jeden gabs 2 Tarteletts und dazu Feldsalat mit einem fruchtigen Dressing aus Heidelbeeressig. Ich fand's toll! Der Ziegenkäse in Kombination mit den Birnen...Hmm. Rezeptidee aus der Saveurs 2/2011.

Freitag, 9. September 2011

Zwetschgen-Tarte No.2

Um es kurz zu machen: Mein Papa hat mir Zwetschgen mitgebracht, die verarbeitet werden wollten. Außerdem habe ich kürzlich im Werksverkauf eines bekannten Backformen-Herstellers für sage und schreibe insgesamt 5 Euro 2 neue Tarte-Formen (rund, 24 und 28 cm - Durchmesser) erstanden.
Da hab ich natürlich schnell den Ofen angeschmissen und diese hübsche wie leckere Tarte gebacken:



Zutaten für eine runde 24cm - Tarteform

Für den Teig:
200 g Mehl
90 g Butter
50 g Puderzucker
1 Eigelb
1 Prise Salz
kaltes Wasser

Für den Belag:
100 g weiche Butter
100 g Mandeln, gemahlen
50 g Zucker
2 Eier
ca. 500 g Zwetschgen (so viele, wie halt drauf passen)

Alle Zutaten für den Teig miteinander verkneten, dabei so viel Wasser zugeben, wie nötig ist, um einen schön glatten Teig zu erhalten. In Frischhaltefolie wickeln und ca. 30 min im Kühlschrank ruhen lassen. Den Backofen auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen, dann den Teig ausrollen und in die gefettete Tarteform legen. Die Mengen ergeben etwas zu viel Teig für die kleine Form, daraus kann man evtl. ja noch Törtchen backen und diese einfrieren oder sowas... Im Ofen 10 min blind backen, dann abkühlen lassen.
Mandeln, Butter, Zucker und Eier miteinander verrühren. Die Zwetschgen waschen, abtrocknen und entsteinen. Die Masse auf den vorgebackenen Boden streichen und die Zwetschgen mit der Schnittfläche nach oben darauf verteilen. Nochmals 35 min backen, dann aus dem Ofen nehmen, in der Form etwas abkühlen lassen und dann auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.



Da ich noch Teig übrig hatte und auch die Masse auf der Tarte relativ dick war, könnte man die angegebenen Mengen vermutlich gut für eine 26 cm - Form verwenden. Was viel wichtiger ist: Wie hat's geschmeckt? Was soll ich sagen?... Vielleicht ein bisschen buttrig, aber: Lecker.

Sonntag, 4. September 2011

BURRATA!

Seitdem wir zum ersten Mal davon gehört hatten, wollten wir ihn: Burrata... Doch von Anfang an gestaltete sich das eher kompliziert:

Zunächst spielten wir mit dem Gedanken, ihn online zu bestellen, wurden aber durch weniger tolle Erfahrungsberichte davon abgehalten. Er schien unerreichbar, bis wir feststellten, dass unser Lieblings-Edeka ihn für uns bestellen konnte. Gesagt, getan. Wir waren dem Ziel schon so nahe, am Donnerstag sollten wir 4 Exemplare des ersehnten Käses abholen können.
Am Mittwoch jedoch ein herber Rückschlag: Die nette Mitarbeiterin der Käsetheke rief mich an und teilte mir mit, dass unser Burrata nicht bei der Lieferung dabei war. Frühestes Datum für einen erneuten Versuch: Ende September. Also noch einmal bestellt und gehofft, ihn dann endlich genießen zu können.
Freitag dann die Überraschung: Erneut klingelte mein Handy, der Burrata war verspätet doch gekommen!



Sofort wurden alle Pläne für das abendliche Kochen über den Haufen geworfen und 2 hübsche, weiße Säckchen pur mit Olivenöl, gutem Balsamico, karamellisierten Kirschtomaten und gerösteten Pinien-, Sonnenblumen- und Kürbiskernen sowie Basilikum, frisch gemahlenem Salz und Pfeffer und Baguette-Brötchen serviert.















Ich muss sagen, ich war ein bisschen enttäuscht. Wirklich nur ein bisschen, denn er war echt lecker. Die cremige Konsistenz im Inneren ist einfach ein Traum. Flo war auch hellauf begeistert, mir persönlich ist ein guter Büffelmozzarella aber doch lieber, der schmeckt halt intensiver...

Donnerstag, 1. September 2011

Zum Einstand: Zwetschgen-Tarte mit Amarettinis

Kurz und bündig: Heute war mein erster Arbeitstag im neuen Job. Ich war soooo aufgeregt! Jedenfalls:
Genauso, wie man sich nicht sang- und klanglos aus einem alten Job verabschieden kann, sollte man natürlich auch nicht mit leeren Händen in den nächsten neuen Lebensabschnitt starten. Daher gab es heute diese Tarte...

Zutaten für eine runde Tarteform (oder 26cm - Springform)

250 g Mehl
125 g Butter
65 g Puderzucker
2 Eier
1 Prise Salz
600 g Zwetschgen
20 g Zucker
100 g Ricotta
100 g Amarettini-Kekse




Mehl, Butter, Puderzucker, Salz und ein Ei zu einem glatten Teig verkneten. In Folie wickeln und min. 30 min kühl stellen. Backofen auf 190° (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Währenddessen Zwetschgen waschen, abtrocknen, halbbieren, entsteinen und mit dem Zucker mischen. Amarettini in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Fleischklopfer zu Bröseln klopfen. Mit dem Ricotta und dem Ei verrühren. Eine (Spring-)Form fetten, den Teig ausrollen und die Form damit auslegen, der Rand sollte nicht zu hoch sein. Die Ricotta-Masse auf dem Teig verstreichen und die Zwetschgen mit der Schnittfläche nach oben darauf verteilen. Im vorgeheizten Ofen ca. 45 min backen.




Fazit: Lecker. Kam auch bei den neuen Kollegen/-innen gut an, was mich besonders gefreut hat. Das Rezept war eigentlich für Mirabellen gedacht, sollte mit Butterkeksen zubereitet werden und stammt aus meiner neuen Zeitschriften-Entdeckung: Saveurs (September/Oktober 2011). Die ist soooooo schön, kann ich wirklich nur empfehlen. Schöne, puristische Rezepte, grandiose Bilder und tolle Artikel...