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Sonntag, 28. August 2011

Ein Abschied mit Wortfindungsstörung: Kuchen oder Strudel?

Gestern gab es was zu feiern: Ich war zum allerletzten Mal arbeiten! Ich habe nämlich genug geschafft und gehe in meine wohlverdiente Rente... Nein, Spaß bei Seite, eigentlich ist das Gegenteil der Fall: Ich war nur das letzte Mal bei meinem Nebenjob, nachdem ich jetzt nämlich den ersten Abschluss (Bachelor-juhu!) geschafft habe, musste ich diesen tollen Job leider aufgeben. Und Nein, damit will ich mich bei niemandem einschleimen (wozu auch?), ich hatte tatsächlich die letzten 2,5 Jahre den tollsten Nebenjob, den ich mir vorstellen kann, liebe Kollegen und Kolleginnen und einfach immer eine schöne Zeit - und das auf der Arbeit. Da kann man sich natürlich nicht klammheimlich aus dem Staub machen. Deshalb habe ich mal wieder etwas gebacken...

Es gibt nur ein kleines Problem:
Jetzt sitze ich hier und weiß noch nicht einmal, was ich da eigentlich gezaubert habe.
Sieht aus, wie Apfelstrudel - ist aber nicht mit Strudelteig gemacht. Ein Kuchen ist es aber auch nicht, denn es sieht aus wie ein Strudel. Was nun?

Ich habe mich nach zahllosen schlaflosen Stunden für Folgendes entschieden:


STRUDELKUCHEN MIT ÄPFELN


Rezept für 2 Strudel (Kuchen?)

Teig:
400 g Mehl
1 Päckchen Trockenhefe
4 EL brauner Zucker
200 g Butter (halbweich)
100 ml Milch
1 Prise Salz
2 Eigelb + 1 Eigelb zum Bepinseln

Füllung:
750 g säuerliche Äpfel
etwas Zitronensaft
1-2 EL Rum
2-3 EL Rosinen
3 EL brauner Zucker
1 TL Zimt
1 EL Speisestärke




Milch erwärmen, 1 EL Zucker und die Trockenhefe darin auflösen und ca. 10 min ruhen lassen. Den restlichen Zucker mit dem Mehl und dem Salz vermischen. Hefemischung zum Mehl geben, kurz verrühren und das ganze mit der Butter und den Eigelben zu einem nicht mehr klebrigen Teig verkneten, bei Bedarf mehr Mehl dazugeben (ich habe mit 300 g Mehl angefangen, aber meine Butter war wohl zu weich und die Eigelbe sehr groß, sodass ich einiges mehr gebraucht habe... Daher kann ich die 400 g Mehl nur schätzen, sorry!). An einem warmen Ort (das klingt immer so kuschelig finde ich) ca. 45 min gehen lassen.

Für die Füllung die Äpfel schälen, vierteln und quer in dünne Scheiben schneiden. Mit Zitronensaft, braunem Zucker, Zimt, Rosinen, Rum und Speisestärke vermischen.

Den Backofen auf 170° (Umluft) vorheizen.
Den Teig halbieren und ein Stück zu einem Rechteck von ca. 25 x 35 cm ausrollen, die Ränder gerade drücken oder schneiden. Und dann gehts los: Jeweils die Hälfte der Fülle über die lange Seite als ungefähr 8 cm breiten Streifen in die Mitte des Teig-Rechtecks geben. Dann die seitlich verbliebenen Teigstreifen schräg bis zur Füllung einschneiden, sodass ca. 1,5-2 cm breite Streifen entstehen. Klingt das einigermaßen verständlich? Ich hoffe es, ich habe leider kein Bild davon gemacht, daher an dieser Stelle nochmals: Sorry!

Diese Streifen dann im Wechsel (d.h. einmal links zuerst, dann rechts zuerst) über die Füllung klappen (sie sollten sich im besten Fall in der Mitte etwas überlappen) und leicht andrücken. Den fertigen Strudel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und Platz für Strudel Nr. 2 lassen. Den zweiten Strudel genauso anfertigen und daneben legen. 1 Eigelb mit 1 EL Milch verquirlen und die Strudel damit Bepinseln.

Im vorgeheizten Ofen ca. 40 Minuten backen, dann abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Ein paar hilfreiche Anmerkungen:
1. Strudel Nr. 2 sieht schöner aus als Nr. 1
2. Beim Verfrachten auf das Blech herrscht akute Zerstörungs-Gefahr, es wäre vermutlich besser, den Teig direkt auf Backpapier auszurollen, dann lässt sich das ganze einfacher auf das Blech heben.
3. Schmeckt am besten lauwarm mit einer Kugel Vanilleeis.


Beim Durchlesen ist mir gerade aufgefallen, dass ich unbewusst einfach "Strudel" geschrieben habe. Also ist es ein Strudel. Oder doch nicht? Was meint ihr denn?

Ganz egal, eines ist sicher: Er schmeckt! Mir zumindest, und ich hoffe, meinen lieben (Ex-)Kollegen/-innen und euch auch...

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