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Samstag, 31. Dezember 2011

Mein Freund dreht durch: Gratinierte Hackbällchen mit Joghurtsauce

2011 ist so gut wie vorbei... Zeit, groß darüber nachzudenken was nun gut war und was eher nicht, habe ich leider momentan nicht, denn zur Zeit ist bei mir alles ein wenig stressig. Für's Studium gibts einiges zu tun, allerdings bin ich Meisterin, wenn es darum geht, mich mit anderen, viiiieeeeeeeeeeel wichtigeren Sachen von meinen Aufgaben abzulenken.

Gestern zum Beispiel:
1. Fleisch, Gemüse, Burgerbrötchen, Getränke etc. für das heutige Silvester-Grillen einkaufen. WICHTIG!
2. Einen Döner essen. Damit man nicht vom Fleisch fällt.
3. Nochmal einkaufen, für's Abendessen. Am Morgen haben wir nämlich noch nicht gewusst, was es abends geben sollte.
4. Zwiebel-Relish für die Grill-Burger einkochen. Auch seeeeeeeeehr wichtig.
5. Nachtisch zubereiten. Nach dem Motto: "Was du heute kannst besorgen..."
6. Das Chaos beseitigen.
7. Emails checken, um danach SOFORT mit Studium-Kram anzufangen.
8. Auf die Uhr gucken, feststellen, dass es Zeit für's Kochen ist und in die Küche schlendern, um dem Freund beim Durchdrehen und Kochen zu helfen.

So schnell kann ein Tag vorbei sehen, und im Nachhinein wundert es mich gar nicht, dass 2011 für mich so schnell vorbei war. Jetzt sitze ich hier, habe ein schlechtes Gewissen, weil ich immer noch nichts gelernt habe, und was mache ich? Bloggen...
Anstatt mich aber zu schämen, beeil ich mich jetzt einfach ein bisschen mit meinem letzten Rezept für 2011, damit ich noch zum Lernen komme. Los geht's:

Rezept für ca. 6 Personen:

2 kleine Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 EL Chiliflocken
1,2 kg Rinderbraten
1 TL Kreuzkümmel
4 TL Currypulver
1 TL Kurkuma
150 g Semmelbrösel
4 Eier und 4 Eigelb
500 ml Gemüsebrühe
200 g Vollmilch-Joghurt
100 g Schmand
Salz, Pfeffer

Den Ofen auf 190 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Das Rindfleisch in Stücke schneiden und den Freund durch den Fleischwolf drehen ... Quatsch, ihm dabei zusehen, wie er durchdreht. Also, das Fleisch, ne...
Zwiebel sowie Knoblauch schälen und ebenfalls durchdrehen (lassen). Mit den Gewürzen, den Eiern sowie den Semmelbröseln zum Hack geben, salzen und gut vermengen.
Eine große Auflaufform einölen, aus der Hackmasse Bällchen formen und hineinsetzen. Gemüsebrühe angießen, mit Alufolie abdecken und für ca. 35 min in den Ofen schieben.
Inzwischen schon mal aufräumen und spülen. Joghurt, Schmand und Eigelbe verrühren, salzen. Nach 35 min über die Hackbällchen geben und ohne Folie nochmals 15 min gratinieren. Mit frischem Baguette/Fladenbrot o.Ä. und Salat servieren.



Das Ganze stammt, leicht abgeändert/angepasst, aus der Lust auf Genuss 01/2012 und ist somit schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf 2012. Ein sehr leckerer übrigens!

Damit wünsche ich heute allen einen guten Start ins Jahr 2012 und eine schöne Feier. Mein Freund dreht heute abend sicher wieder durch, nämlich den Rindernacken für die Burger. Ich freu mich...
Wir sehen (lesen?) uns im nächsten Jahr, bis dahin alles Liebe :) !

Dienstag, 27. Dezember 2011

DER NACHTISCH am 1. Feiertag: Vanille-Macadamia-Parfait mit Winterpflaumen

Die lange Suche nach dem perfekten Dessert für das Weihnachtsfest hätte ich mir ehrlich gesagt sparen können, denn die Idee für den 1. Feiertag kam mir relativ spontan beim Schreiben der Einkaufsliste. Irgendwie wollte ich etwas winterlich-fruchtiges und vanilliges, und vor allem etwas, das ich vorher so noch nicht gemacht habe. Parfait hatte ja beim letzten Mal auch gut geklappt, warum also nicht einfach mal abwandeln?
Sogar meine Oma wollte Nachschlag :)

Rezept für 8 Personen

Für das Parfait:
4 Eigelb
Mark von 2 Vanilleschoten
140 g Zucker
500 g Sahne
75 g gehackte Macadamianüsse

Für die Pflaumen:
1 Glas Pflaumen, gezuckert
1 Sternanis
1 Zimtstange
1 Schuss Rotwein
2 Gewürznelken



40 g Zucker in einer Pfanne schmelzen, goldbraun karamellisieren lassen. Die Macadamianüsse unterrühren, bräunen, dann den Mix auf einen geölten Teller geben und auskühlen lassen, anschließend fein zerbröseln.
Sahne steif schlagen. Die Eigelbe in einer Metallschüssel mit dem restlichen Zucker und dem Vanillemark über dem heißen Wasserbad dickschaumig aufschlagen, dann über einem kalten Wasserbad kalt schlagen. Die geschlagene Sahne und das Krokant unterheben, evtl. etwas zum Garnieren übrig lassen.
Die Masse in eine Kastenform füllen und mindestens 6 Stunden gefrieren lassen.
Kurz vor dem Servieren die Pflaumen samt Flüssigkeit, Rotwein und Gewürzen in einen Topf geben und aufkochen lassen. Einige Zeit einkochen lassen, dabei aufpassen, dass nichts anbrennt. Bei Bedarf mit etwas Speisestärke binden, ein wenig abkühlen lassen. Die Kastenform aus dem Gefrierfach nehmen, in heißen Wasser tauchen und auf ein Brett stürzen. Parfait in Scheiben schneiden und mit den heißen Pflaumen servieren.


Mmmmmmh...

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Nachgebacken: Oreo Biscotti

Soooooo, liebe Leserinnen und Leser, ich fasse mich ganz kurz bei meinem letzten Beitrag vor dem Weihnachtsfest, denn das Rezept hab ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern Steph vom kleinen Kuriositätenladen abgeschaut. Zutaten und alles weitere, was ihr für diese tollen, knusprigen Kekse braucht, findet ihr also hier.



Sehr lecker (ich steh auf Oreos!), vielen Dank für das Rezept, Steph!
Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest, viele schöne Stunden mit Verwandten und Freunden und natürlich auch gutes Essen :)

Dienstag, 20. Dezember 2011

Auf den letzten Drücker: Weihnachtsmenüvorschlag

Hoppla, da hab ich doch gerade erst gesehen, dass man(n) sich bei Highfoodality einen Weihnachtsmenüvorschlag wünscht:

HighFoodality Blog-Event Weihnachtsmenü 2011

Da durchforste ich doch mal eben mein bisher leider noch übersichtliches Blog-Archiv und stelle ein kleines Menü zusammen - für alle diejenigen, denen bisher die Zeit zum Planen fehlte und die noch eine Last-Minute-Menü-Idee brauchen. Und damit der Aufwand und somit der Stress für das Menü sich in Grenzen hält, schau ich auch extra unkomplizierten Rezepten...

Als Vorspeise:
Birnen-Ziegenkäse-Tarteletts
Als Hauptspeise (es muss ja nicht immer Fleisch sein):
Zitronen-Risotto mit Lachsfilet
Als Dessert:
Spekulatiuscreme mit Espresso-Rum-Sößchen

Guten Appetit und ein Frohes Weihnachtsfest!

Klingt komisch, schmeckt aber gut: Whisky-Espresso-Steaks mit Apfel-Zitronen-Risotto

Manchmal, wenn ich mit meinem Freund koche, darf ich einfach nichts machen. Ich könnt's ja falsch machen. Das gibt des Öfteren auch Zoff, weil ich doch so gerne mitmische, aber manchmal ist es einfach nur die beste Lösung. Wenn zum Beispiel was schief gehen kann, Dinge zeitlich perfekt abgestimmt sein müssen, damit weder etwas verkocht, noch etwas nicht rechtzeitig fertig ist. Neulich abends sollt es Steaks geben (im Angebot bis Silvester, jawoll!), das ist sowieso nie mein Part, zuviel Risiko. Zu roh, zu durch, verbrannt... Da geb ich freiwillig "den Löffel ab" und übernehme lieber die Schnippel- und Spülarbeiten oder rühre mal was um... Und lass mich ansonsten in Ruhe bekochen. Hat sich mal wieder gelohnt...


Rezept für 2 Personen

Für die Steaks:
2 Rumpsteaks à 250-300 g
1 kleines Tässchen Espresso
1,5 TL Whisky
nach Belieben Tabasko
ca. 3 EL Olivenöl
1 EL Balsamico
100 g Sahne
Salz
Pfeffer

Für das Risotto:
200 g Risotto-Reis
1 Glas Cidre
ca. 600 ml Gemüsebrühe (je nach Reis, kann auch mehr oder weniger sein)
50 g Parmesan, frisch gerieben
Salz
Pfeffer
1 Apfel
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
ca. 8 cm Lauch
1 Zitrone (Bio)
35 g Butter


Für die Marinade Espresso(heiß), Honig, Öl, Tabasco und Balsamico-Essig verühren. Gaaaaanz vorsichtig sein mit Espresso und Whisky, lieber schluckweise zugeben und öfter probieren, genauso mit dem Tabasco vorgehen. Mein Freund hat den ersten Versuch wohl komplett weggekippt, weil es ganz übel geschmeckt hat... Abkühlen lassen, dann die Steaks einige Stunden darin marinieren. Ca. 1 Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen.
Für das Risotto die Zwiebel und den Knoblauch abziehen und fein würfeln. Lauch waschen, putzen und ebenfalls fein würfeln. Schale der Zitrone abreiben. Apfel schälen, in ca. 1 cm große Würfel schneiden, mit Saft von 1/2 Zitrone beträufeln, damit er nicht bräunt. Gemüsebrühe aufkochen, Cidre erhitzen. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebel, Knoblauch und Lauch darin anschwitzen. Reis dazugeben und ebenfalls glasig anschwitzen, dann mit Cidre ablöschen.
Apfelwürfel und Zitronenschale zugeben, bei mittlerer Hitze köcheln lassen, dabei öfter umrühren und Brühe angießen, sobald die Flüssigkeit verkocht ist. Insgesamt dauert das dann ca. 20 min.
In der Zwischenzeit die Steaks aus der Marinade nehmen und abtupfen. Marinade aufheben!
Die Steaks in heißem Öl von jeder Seite ca. 3 min anbraten, dann salzen und pfeffern und in Alufolie einpacken. Im vorgeheizten Ofen bei 180° ca. 5-6 min ziehen lassen. Evtl. auch Teller vorwärmen (immer schön).
Marinade in die noch heiße Pfanne geben, Sahne angießen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und etwas einkochen lassen. 2 min vor Ende der Garzeit des Risottos den Parmesan und die Butter unterrühren, vom Herd nehmen und mit geschlossenem Deckel 2 min stehen lassen. Steaks aus dem Ofen nehmen, den Fleischsaft aus der Alufolie noch in die Soße rühren. Risotto mit Pfeffer abschmecken, alles anrichten und servieren.



Solche Sachen kann ich halt nicht so gut. Ich wette, entweder wäre mein Steak zur Schuhsohle oder mein Risotto zu einem einzigen Brei geworden. Da ich das aber nicht machen musste, hat alles super geklappt und einfach nur genial geschmeckt! Leider hat mein Freund keine schönen Teller und es war viieeeeeel zu dunkel, an dieser Stelle also Sorry für das schlechte Foto... Das Risotto ist übrigens zu viel für 2 Personen als Beilage, würde sicher auch für 4 reichen.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Wer suchet, der findet... vielleicht...: Kürbiskern-Parfait

Die Suche hat vielleicht ein Ende: Gerade bin ich dem perfekten Nachtisch für Weihnachten ein gutes Stück näher gekommen, ich kann ihn noch schmecken und kann mich insgeheim freuen, dass noch 2 Portionen in meinem Gefrierfach darauf warten, genüsslich verspeist zu werden... Eine weitere Idee hätte ich zwar noch, die ich gerne versuchen möchte, aber dieses Dessert tritt auf jeden Fall die Rotweinbirne und auch die Spekulatius-Mousse gehörig in den Hintern!

Rezept für 4 Personen

2 Eigelb
Mark von 1/2 Vanilleschote
60 g Zucker
3 cl Kürbiskernöl
250 g Sahne
Kürbiskerne, Zucker



Sahne sehr steif schlagen und in den Kühlschrank stellen. Zucker, Vanillemark, Kürbiskernöl und Eigelbe in eine Metallschüssel geben und über dem heißen Wasserbad aufschlagen, bis sich eine homogene Creme bildet. Kurz in einem kalten Wasserbad abkühlen und die Sahne mit einem Schneebesen gut unterrühren. In 4 Schälchen füllen und mindestens 6 Stunden gefrieren lassen. Ca 15 min vor dem Servieren aus dem Eisfach holen und in den Kühlschrank stellen. Derweil Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, etwas Zucker darüber streuen und karamellisieren lassen. Parfait auf Teller stürzen (bei Bedarf die Schalen kurz in heißes Wasser tauchen) und mit den Kürbiskernen servieren.



Das schmeckt sooooooooooo gut, werde ich auf jeden Fall mal im Hinterkopf für die Feiertage behalten. Meine Schälchen standen vielleicht einen Tick zu lange im heißen Wasser, sodass das Parfait außenrum schon leicht flüssig wurde, aber nichtsdestotrotz war's super lecker, cremig und einfach fantastisch!

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Nachgekocht: Keema-Curry

Heute fasse ich mich noch kürzer als gewöhnlich, denn ich habe noch nicht einmal ein eigenes Rezept zum Posten. Mir war schrecklich kalt gestern, weshalb mir der Sinn nach einem wärmenden Eintopf, oder - besser noch - Curry stand. Fündig wurde ich bei Christina von newkitchontheblog, der ich eiskalt dieses Curry nachgemacht habe. Herzlichen Dank für das tolle Rezept, schmeckt wirklich super!

Link

Wo ich das Bild gerade sehe: Stimmt ja gar nicht, ich habe doch ein Rezept für euch! Nämlich für das Naan-Brot, das ich dazu gemacht habe...

Rezept für 3 Fladen

250 g Mehl
75 ml Milch
75 ml Joghurt
1 EL Zucker
1 TL Trockenhefe
1/2 TL Backpulver
1 kleines Ei
1 EL neutrales Öl
etwa 1/2 TL Salz

Milch erwärmen, Zucker und Hefe einrühren und stehen lassen. Mehl, Backpulver und Salz in eine Schüssel geben, die Milchmischung, den Joghurt, das Ei und das Öl dazugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Ca. 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, dann in 3 gleich große Kugeln teilen und diese zu dünnen Fladen ausrollen. Eine große Pfanne mit etwas Öl (ich hab Sesamöl genommen), den Fladen hineingeben und backen, bis er Blasen wirft. Dann wenden und fertig backen (vorsicht, verbrennt recht leicht, sobald er gewendet wurde).


Sooo, und neue Schälchen hab ich mir auch endlich besorgt. Hübsch, gell?

Sonntag, 4. Dezember 2011

Auf der Suche nach dem perfekten Weihnachtsnachtisch: #3 Punsch-Birne mit Zimt-Zabaione

Noch ist nichtWeihnachten und demnach geht die Suche nach dem perfekten Dessert zum Fest weiter. Die Spekulatius-Mousse ist immer noch im Spiel, wobei die Torte mit Pauken und Trompeten untergegangen ist. Nach so einem üppigen Festmahl, wie es am Heiligabend oder an dern Feiertagen zu erwarten ist, braucht man eher etwas leichteres, fruchtiges, aber dennoch weihnachtliches zum Dessert. Dieser Gedanke hat mich zu folgendem Versuch bewogen:

Rezept für 4 Personen

500 ml Traubensaft
500 ml Rotwein
190 g Zucker
1 Sternanis
1 Zimtstange
4 Gewürznelken
1 TL Kardamom
4 kleine, reife Birnen
100 ml Weißwein (lieblich)
3 Eigelb
1/2 TL Zimt, gemahlen

500 ml Saft, Wein, 150 g Zucker und alle Gewürze (außer dem Zimtpulver) aufkochen. Die Birnen schälen, wenn möglich das Kerngehäuse irgendwie entfernen (keine Ahnung, wie das gehen soll, ohne die Dinger zu halbiern. Ich hab ihn drin gelassen). Dann in den kochenden Saft-Wein-Mix geben und bei geringer Hitze 10 min pochieren. Im Fond abkühlen lassen. Das Ganze am Besten am Tag vorher zubereiten, dann werden die Birnen richtig schön rot.
Kurz vor dem servieren dann die Eigelbe mit dem restlichen Zucker (40 g), 100 ml Weißwein und Zimt in eine Metallschüssel geben, über einem siedenden Wasserbad (die Schüssel soll das Wasser nicht berühren) schaumig schlagen. Die Birnen aus dem Sud heben, abtropfen lassen und zusammen mit Zabaione servieren.



Also DAS war lecker. Definitiv weihnachtstauglich. Stammt aus der Lust auf Genuss (02/2011). Allerdings mal wieder etwas abgeändert, Dessertwein gab es nämlich nur in unglaublich teuer und wurde kurzerhand ersetzt. 20 Euro waren uns nur für einen Versuch echt ein bisschen viel. Wird dann beim nächsten Mal ausprobiert. Beerenauslese wäre sicher auch schon und mit Marsala würde ich's auch gerne mal versuchen.
Ihr glaubt sicher, ich habe nur Pastateller und sonst kein schönes Geschirr. Das stimmt. Noch. Aber demnächst werde ich mir mal schöne Schüsseln, Platten und Dessertteller zulegen. So kann's ja hier nicht weitergehen...

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Zum Reinknien: Lachsfilet mit Bandnudeln und Zitronengras-Sößchen

Ich mach's heute mal wieder kurz: Es gibt so Dinge, da könnte ich soviel von essen, dass ich platze. Dieses Gericht gehört definitiv dazu...

Zutaten für 2 ausgehungerte Esser

350 g Lachsfilet
250 g Bandnudeln
3 Stangen Zitronengras
Weißwein
2 Becher Sahne
1/2 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
ca. 10 cm Lauch
Kurkuma
Cayennepfeffer
Salz
Pfeffer



Zwiebel und Knoblauch schälen, fein würfeln. Den Lauch waschen, halbieren und in feine Streifen schneiden. Zitronengras waschen, die enden abschneiden, einmal halbieren und ein wenig auseinander nehmen.
Das Lachsfilet waschen, trocken tupfen und auf der Hautseite ca. 4 min in Pflanzenfett scharf anbraten, wenden und noch 2 min auf der anderen Seite braten. So ungefähr zumindest, der Lachs sollte innen noch roh sein. Aus der Pfanne nehmen, die Haut entfernen und in Würfel schneiden. In der gleichen Pfanne Zwiebel, Knoblauch und Lauch anschwitzen, wenn es der Lauch anfängt braun zu werden, mit Weißwein ablöschen. Bitte, bitte keinen Fusel nehmen, welchen Sinn hat es denn, etwas ins Essen zu schütten, was man nicht einmal trinken würde? Wir hatten einen leckeren Weißburgunder von einem unserer Kommilitonen, der praktischerweise auf einem Weingut groß werden durfte.
Jedenfalls: Zitronengras hinzufügen, Sahne angießen und die Lachswürfel vorsichtig in die Pfanne geben. 10-15 min einkochen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht und der Lachs gar ist. Mit Kurkuma, Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer würzen, die Zitronengrasstücke entfernen. In der Zwischenzeit die Nudeln in Salzwasser bissfest kochen, abgießen und ebenfalls in die Pfanne geben. In der Soße schwenken (schön auf den Lachs aufpassen, der zerfällt immer so leicht) und auf Teller verteilen.


Mmmmh.

Montag, 28. November 2011

Weihnachtsnachtisch #2 - oder: Warum man für manche Rezepte doppelte einkaufen sollte

Es gibt so Dinge, die kann man einfach nicht. Manche Leute wollen das aber nicht einsehen und versuchen wieder und wieder, genau diese Sache zu tun. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geht das dann jedes Mal mehr oder weniger gründlich in die Hose.
Zu diesen Menschen gehöre ich auch, leider...
Am Samstag hätte ich eigentlich echt viel zu tun gehabt. Lange aufgeschobener FH-Kram wollte erledigt werden, aber ich muss ja unbedingt einen Nachtisch für den Geburtstag meines Freundes am nächsten Tag machen. An dem ich dann, nebenbei bemerkt, auch nichts erledigt habe. Und dass, obwohl der eigentlich gar kein Dessert wollte. Das hat mich dann den kompletten Samstag und alle meine Nerven gekostet, denn diese Sache kann ich nicht, konnte ich nie und werde ich wahrscheinlich auch niemals richtig können.
Mittlerweile fragt ihr euch sicher, über was genau ich mich hier so aufrege.
Dann schaut euch das Desaster mal an:



Nicht gerade ein Schmuckstück, meine...

...Schoko-Mousse-Torte mit Himbeergelee

Hier das Rezept für Leute, die mit Torten NICHT auf Kriegsfuß stehen:

Für den Boden:
100 g gemahlene Mandeln
50 g Olivenöl
30 g Mehl
100 g Zucker
3 Eier
1 Prise Salz
Abrieb von 1 Bio Zitrone
100 g gefrorene Himbeeren
1 TL Backpulver

Für das Himbeergelee:
200 g gefrorene Himbeeren
2 EL Himbeergeist
30 g Zucker
4 Blatt Gelatine

Für die Desaster-Mousse:
200 g Bitterkuvertüre (min. 70% Kakao)
3 Eigelb
65 ml Milch
330 g Sahne
20 g Zucker

Also backen an sich kann ich ja. Der Biskuit war auch nicht das Problem an der ganzen Sache, wobei ich ihn, statt wie im Rezept beschrieben einfach alles zusammenzurühren, so zubereitet habe:

Eier trennen, Eiweiß steif schlagen, Zucker einrieseln lassen und weiter schlagen. Die Eigelbe nacheinander mit einem Schneebesen unterziehen. Ebenso das Olivenöl. Mehl, Backpulver, Salz und Mandeln mischen, zusammen mit dem Zitronenabrieb zur Eimasse geben und unterheben. In eine mit Backpapier ausgelegte Springform (Rand nicht fetten) geben, zerbröselte, gefrorene Himbeeren darauf verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 170° (Ober-/Unterhitze) ca. 30 min backen, Stäbchenprobe. Herausnehmen, einmal um den Rand schneiden und auskühlen lassen.



Das Gelee war auch machbar:

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Himbeeren auftauen lassen, pürieren und durch ein Sieb streichen. Mit Zucker und Himbeergeist in einem Topf erhitzen, die ausgedrückte Gelatine darin auflösen, in eine flache kuppelförmige Schüssel füllen und ab ins Gefrierfach.

Zu Anfang lief es auch mit der Mousse RELATIV gut:

Kuvertüre fein hacken. Milch und 65 g Sahne aufkochen. Die Eigelbe mit dem Zucker schaumig rühren, heiße Milch-Sahne dazu geben und über dem heißen Wasserbad schlagen, bis die Masse andickt. Soooo, da fing das Drama an. Die blöde Masse wurde und wurde nicht dicklich. Vorgesehen waren eigentlich bloß 2 Eigelb, ich hab dann noch eines dazu gegeben (die Eier waren sehr klein) und von Wasserbad auf Herdplatte gewechselt. Ich war schon kurz davor, die ganze Masse wegzuschütten, da - ein Wunder! - dickte sie an! Hellauf begeistert hab ich dann die Kuvertüre eingerührt und das ganze beiseite gestellt. Siegessicher - was sollte denn jetzt noch schiefgehen? - die restliche Sahne (265 g) steifgeschlagen. Und dann: DER FEHLER. Der noch nicht einmal meine Schuld war. "Sahne unter die leicht heiße Schokomasse heben" oder so ähnlich stand da. Leicht heiß? Na gut, ich habe mich zwar ein wenig gewundert, aber wenn das nun mal da steht... Also, mal schnell die Temperatur getestet, für "leicht heiß" befunden und die Sahne untergehoben.
Es kam, was kommen musste: Die Sahne ist KOMPLETT zerlaufen und das Ergebnis meiner stundenlangen Bemühungen, verdiente die Bezeichnung "Mousse" nicht. Eher "Soße". An dieser Stelle stand ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch.
Natürlich war auch nicht mehr genügend dunkle Kuvertüre übrig, um die gesamte Prozedur noch "schnell" zu wiederholen. Weshalb man IMMER, wenn man etwas nicht gut kann oder nichts schiefgehen darf, vorsichtshalber die doppelte Menge einkaufen sollte. IMMER. Glaubt mir, ich habe daraus gelernt.
Dass diese Suppe jemals wieder fest wird, hab ich nicht geglaubt. Um wenigstens einen Versuch zu starten, die Creme zu retten, hab ich daher schnell 2 Blatt Gelatine eingeweicht, 2 EL der Creme erhitzt, die Gelatine darin aufgelöst und dann nach und nach die restliche Pampe eingerührt. Das war Fehler Nummer 2, denn entgegen all meiner Erwartungen wurde die Masse nach einer Nacht im Kühlschrank dann doch fest. Durch die Gelatine natürlich etwas zu fest. Da kommt doch richtig Freude auf!

Das Gelee holt man jedenfalls aus dem Gefrierfach, wenn man die Mousse zubereitet hat, taucht die Schüssel kurz in heißes Wasser und stürzt den Inhalt mittig auf den Boden, den man vorher natürlich aus der Form geholt hat. Einen Tortenring darum legen und die Mousse auf Boden und Gelee verteilen. Im Kühlschrank min. 4 Stunden fest werden lassen.
Und dann sollte EIGENTLICH eine wunderschöne Torte daraus werden. Wirklich, in der Zeitschrift sah die richtig klasse aus.
Nicht bei mir, wie man auf den Fotos sieht. Ich hab mir aber damit dann auch keine große Mühe mehr gegeben.



Wer sich jetzt fragt, warum ich eine solche Katastrophe überhaupt hier poste, hat natürlich vollkommen Recht. Wollte ich auch erst nicht. Da ich aber gerne etwas dazulernen möchte, habe ich eine Bitte.
Falls sich jemand ebenfalls an dieser Torte versucht, kann er/sie mir vielleicht sagen, wann genau man die Sahne unterheben kann? Welche Temperaturspanne umfasst "leicht heiß"? Ich bin für jeden Rat dankbar!
Geschmacklich lohnt es sich nämlich definitiv, die Torte auszuprobieren. Das beschwipste Himbeergelee, der mandelige Boden und die herbe Schokocreme harmonieren einfach toll. Was mir halt nicht gefallen hat, war die feste und nicht fluffige Konsistenz meiner Mousse und das Aussehen der Torte. Nächstes Mal würde ich auch eine flachere Schüssel für das Himbeergelee nehmen.

Das Rezept stammt übrigens aus der aktuellen Lisa Kochen und Backen - Sweet Dreams. Trotz allem, was mir mit meiner Torte widerfahren ist, werde ich aus dieser Zeitschrift sicher noch etwas nachkochen/-backen. Nur vermutlich erstmal keine Torte...

Sonntag, 27. November 2011

Dekotipps zum 1. Advent!

Hach, die Vorweihnachtszeit!
Überall funkelt und glitzert es, Glühweinduft weht durch die Altstadt und an jeder Ecke gibt es kleine Leckereien. Häuser und Vorgärten werden liebevoll dekoriert, Plätzchen gebacken und Geschenke eingekauft. Jedes Jahr immer wieder schön.
Die Deko ist natürlich ein ganz wichtiges Thema, denn was ist schon Weihnachten ohne die tolle Atmosphäre, die entsteht, wenn kleine Englein und Glitzerhirsche sich mit schimmernden Kugeln vereinen und alles im Kerzenschein funkelt und blitzt?
Leider allzu oft ein teurer Spaß, deshalb wollte ich euch dies keinesfalls vorenthalten:

Sind die nicht toll? Von diesen hübschen Kerlchen wurden mein Freund und ich begrüßt, als wir an diesem Wochenende zu seinen Eltern fuhren.
Die hatten die süßen Engel mit Freunden zusammen gebastelt/gebaut. Kostet nicht viel und ist doch auch viel schöner, als gekauft, oder?

Man braucht:
- Holzscheite für den Körper
- Styroporkugeln und Gips oder Strukturpaste (oder vergleichbares) für den Kopf
- Gewindestäbe o.Ä.
- Edelstahl für die Flügel
- einen handwerklich begabten Mann


Und damit wünsche ich allen einen schönen 1. Adventssonntag und eine zauberhafte Vorweihnachtszeit (ohne Stress)!

Freitag, 25. November 2011

Auf der Suche nach dem perfekten Weihnachtsnachtisch: #1. Spekulatiuscreme mit Espresso-Rum-Sößchen

In der Vorweihnachtszeit, die ja jetzt eeeeeeeeendlich anfängt (der erste Adventssonntag naht!!!), wimmelt es ja nur so von Zeitschriften, die sich ausschließlich mit dem perfekten Festmahl für Weihnachten, Silvester oder einfach eine Vorweihnachtsparty beschäftigen. Und in diesem Jahr kaufe ich sie (fast) alle, denn ich bin auf der Suche nach dem ultimativen Weihnachtsnachtisch. Eine Zeitschrift hat es mir dabei besonders angetan:
"Lisa Kochen und Backen: Sweet Dreams". Die aktuelle. Habt ihr mal das Cover gesehen? Eine Waaaaaaaahnsinns-Schokotorte ist da drauf! Beim Durchblättern hab ich zu meinem Entsetzen festgestellt, dass eben dieses Schmuckstück mehr als 800 kcal PRO STÜCK hat. Ich zähle ja normalerweise keine Kalorien, aber das ist schon heftig...
Neben geschätzten 30 Torten, die ich ALLE essen würde, finden sich darin allerdings auch zahlreiche Cremes, Puddings und Eisträume, weshalb ich recht zuversichtlich bin, darin meinen Nachtisch zu finden.
Den ersten Versuch gabs am Sonntag zum Nachtisch bei unserer Dinnerparty... Zwar auch eine Kalorienbombe, aber hey: Es ist bald Weihnachten!

Zutaten für 4 Portionen

200 ml Milch
1 Zimtstange
60 g Gewürz-Spekulatius
70 g Puderzucker
6 Eigelb
4 Blatt Gelatine
125 g Schlagsahne

100 ml starker Espresso
60 g Rohrohrzucker
1 EL brauner Rum




Gelatine in kaltem Wasser einweichen, Milch mit Zimtstange aufkochen, Zimtstange entfernen und zerbröselte Kekse darin auflösen. Die Eigelbe mit dem Puderzucker schaumig schlagen, in einen Topf geben und die heiße Zimt-Keks"milch" (eher breiige Konsistenz) hineingießen. Bei geringer Hitze so lange rühren, bis die Creme andickt. Die Gelatine darin auflösen und die Masse durch ein Sieb streichen. Abkühlen lassen, dann die Sahne steif schlagen und unterheben. In Schälchen füllen und mindestens 4 Stunden kalt stellen.
Den Espresso mit dem Rum und dem Zucker zu einem Sirup einkochen. Die Creme auf Teller stürzen (das hat, zugegeben, nicht sooooo gut geklappt), mit der Soße übergießen und mit zebröseltem Spekulatius bestreuen.

An den Mengen habe ich geringfügige Änderungen vorgenommen, wie immer. Und okay, ich gebe zu, dass ich die Soße etwas zu lang eingekocht hab, sodass in abgekühltem Zustand die Konsistenz eher Karamellbonbons ähnelte. Geschmacklich aber super, also: Lecker! Ich werde weiter testen, aber dies hier kommt definitiv in die engere Auswahl...

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Sauer macht lustig: Zitronen-Risotto mit Lachsfilet

Eigentlich wollte ich vermeiden, innerhalb kürzester Zeit hier ähnlliche Gerichte zu posten. Aber, ich weiß gar nicht, ob ich es schon erwähnt habe, ich LIEBE Risotto.
Zwar mussten heute, anders als neulich, keine Reste verkocht werden, es war jedoch Lachsfilet im Angebot im Lieblings-Supermarkt. Das Risotto hatten wir schon einmal mit Garnelen. Damals war ich ziemlich skeptisch bezüglich der Säure der Zitronen. Diese stellte sich jedoch als völlig unbegründet heraus, sie gibt dem sonst ja eher mastigen Risotto einen leckeren Frische-Kick.
Statt Garnelen passt ja sicher auch Lachs, hab ich mir gedacht, und, da dieser auch noch so unverschämt günstig war, uns auch den ganz alten Parmesan gegönnt...

Zutaten für 2 sehr hungrige Personen:

1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehe
200 g Risotto-Reis
1 Glas Weißwein, trocken
Salz, Pfeffer
Olivenöl
ca. 600 ml Gemüsebrühe
160 g dicke Bohnen (TK)
1 (Bio-)Zitrone, eher klein
1 EL Butter
60 g Parmesan, 24 Monate gereift und frisch gerieben
400 g Lachsfilet


Zitrone heiß waschen und abtrocknen. 2 TL der Schale abreiben (darauf mussten wir dieses Mal verzichten, da keine Bio-Zitrone im Haus war), dann schälen und die Zitronenfilets herausschneiden. Die Bohnen kurz in kochendem Wasser blanchieren, dann herausnehmen und in Eiswasser abschrecken. Dann kann (und muss) man die Kerne aus den weißen Häutchen drücken.
Brühe in einem kleinen Topf aufkochen, Weißwein erhitzen. Zwiebel und Knoblauch abziehen und klein würfeln. In einem Topf in Olivenöl glasig anschwitzen, dann den Reis dazugeben und ebenfalls glasig werden lassen. Mit heißem Wein ablöschen, bei kleiner Hitze kochen lassen (ca. 20 min, bis der Reis fast gar ist), dabei Brühe nach und nach angießen. Immer schön fleißig rühren (lassen), damit es wunderbar "schlonzig" wird und nicht anbrennt. Wenn der Reis fast gar ist, die Zitronenfilet sowie die Bohnen zugeben und 2 min mitgaren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann den Parmesan und die Butter unterrühren, Deckel drauf und 2 min stehen lassen.

Das Lachsfilet bitte nicht vergessen, sondern früh genug aus dem Kühlschrank nehmen, kalt abspülen und trocken tupfen. In heißem Öl und etwas Butter ca. 7 min auf der Hautseite anbraten, dabei mit Salz und Pfeffer würzen. weitere 4 min auf der anderen Seite braten. Er sollte in der Mitte noch glasig und - ganz wichtig - passend zum Ende der Garzeit des Risottos fertig sein. Herausnehmen, die Haut abziehen und in Stücke schneiden.

Risotto auf Teller verteilen und mit dem Lachs servieren.



Die Rezeptidee stammt, aus der Lust auf Genuss 1/2010... Ich habe allerdings einiges verändert, ersetzt, weggelassen oder hinzugefügt und die Mengen an unseren Hunger angepasst. Falls ihr euch mittlerweile wundert, warum wie so viele Rezepte aus dieser Zeitschrift kochen: Mein Liebster hat ein Abo. Die Ankunft der neuen Ausgabe im Briefkasten wird jeden Monat sehnsüchtig erwartet und das erste Durchblättern mit einem Espresso auf der Couch regelrecht zelebriert. Schön isses :)

Montag, 17. Oktober 2011

Salat mit Honig-Senf-Dressing, Ziegenkäse im Speckmantel und Feigen-Focaccia

Heute war ein laaaaaanger, anstrengender Tag. Darum schreibe ich heute mal NIX und erzähl euch nur schnell, was es vorhin zum Abendessen gab und lass mich dann ein bisschen vom Fernsehprogramm berieseln...

Für die Focaccia:
250 g Mehl, Typ 550
1/2 Päckchen Trockenhefe
1 TL Salz
100 ml Wasser, lauwarm
25 ml Olivenöl
ungefähr 2/3 EL Honig
grobes Meersalz und Zucker zum Bestreuen
2 Feigen

Für das Dressing:
ca. 2 TL Senf
ca. 3 EL Honig
Essig
neutrales Öl
Salz, Pfeffer, Kräuter
1/2 Zwiebel

Ziegenkäse:
4 Scheiben Frühstücksspeck
1 Scheiben Ziegenkäse (Rolle)



Für die Focaccia die Trockenhefe im Wasser auflösen, Honig und Olivenöl zugeben verrühren. Das Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde hineindrücken und Salz auf den Rand streuen. Die Hefe-Mischung zugeben und zu einem glatten, nicht mehr klebrigen Teig verkneten (bei Bedarf mehr Mehl verwenden). An einem warmen Ort abgedeckt 45 min gehen lassen, dann in 2 Teile teilen und diese zu flachen Fladen formen und auf ein Backblech legen. Erneut abgedeckt 30 min gehen lassen. Währenddessen den Backofen auf 250° (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Feigen waschen und achteln. Mit den Fingern Vertiefungen in die Fladen drücken und die Feigen darauf verteilen. Mit Olivenöl beträufeln, Meersalz und etwas Zucker darüber streuen und etwa 8 min backen.



Salat nach Wahl (heute Frisee, Endivie und Raddicchio) putzen und waschen, trocken schleudern. Oder, wie wir, fertig geputzten Salat kaufen ;)... Man darf auch mal faul sein, wenn man schon Brot backt, oder?
Für das Dressing Honig, Senf, Öl und Essig (die Mengen weiß ich leider nicht mehr, hab einfach mal nach Gefühl was zusammengerührt) verrühren. Die fein gewürfelte Zwiebel und nach Belieben einige Kräuter hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Speckscheiben halbieren, jedes Stück Ziegenkäse mit insgesamt einer Scheibe über Kreuz einwickeln. Eine Pfanne ohne Öl erhitzen, die Päckchen darin einige Minuten von beiden Seiten anbraten, bis der Speck etwas knusprig ist und der Käse anfängt zu laufen.



Salat und Dressing mischen, auf Teller verteilen, die Ziegenkäse-Päckchen darauf legen und mit den Focaccia servieren.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Kürbis-Risotto

Ich weiß ja nicht, wie es mit euch ist, aber ich für meinen Teil esse jedes Mal zuviel, wenn es Risotto gibt. Viel zu viel. Ich LIEBE es. Abgöttisch. Ehrlich. In allen möglichen Variationen. Egal, was drin ist, eines haben sie doch alle gemeinsam: diese wunderbare, cremig-bissfeste Konsistenz. Schlotzig heißt das, oder? Oder schlonzig?...
Wie dem auch sei: Die wichtigste Zutat ist der Parmesan, ohne den geht gar nichts. Am besten schmeckt natürlich ein länger gereifter und daher kräftigerer Parmesan. Nicht ganz so gut, jedoch auf keinen Fall schlecht, schmeckt es aber auch z.B. mit Grana Padano, wenn das Studentenportemonnaie mal geschont werden soll.
Geschont werden sollte heute zwar das Portemonnaie (ist ja schließlich bloß ein ganz normaler Mittwochabend), nicht aber der kleine Hokkaido-Kürbis, der seit letzter Woche sein Dasein auf meinem Kühlschrank fristete. Seine Zeit war abgelaufen, und so wurde er kurzerhand zerlegt und zum Nebendarsteller in einer meiner absoluten Lieblingsspeisen...

Zutaten für 3 (hungrige) Personen:

300 g Risotto-Reis
2 EL Sesamöl
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 Hokkaido-Kürbis (ca. 250 g Fruchtfleisch)
175 ml Weißwein
ca. 1 l Gemüsebrühe
80 g Grana Padano, besser Parmesan
2 EL Butter
Salz, Pfeffer, Muskatnuss (alles frisch gemahlen bzw. gerieben)
1-2 EL Kerne (Kürbis-, Sonnenblumen-, Pinien-...)
9 Scheiben Frühstücksspeck


Den Kürbis in Würfel schneiden. Hokkaido muss man zwar nicht unbedingt schälen, ich machs aber trotzdem immer. Zwiebel und Knoblauch abziehen und fein würfeln. Die Kerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Weißwein und Brühe erhitzen. Zwiebel und Knoblauch in Sesamöl in einem Topf glasig anschwitzen, dann den Reis dazugeben und weitere 2 min anschwitzen. Kürbiswürfel dazugeben, mit dem Weißwein ablöschen und vollständig reduzieren lassen. 1 Schöpfkelle Brühe angießen, reduzieren lassen, dabei gelegentlich rühren. Weiter so verfahren, bis der Reis gar, aber noch bissfest ist. In der Zwischenzeit den Speck in einer Pfanne ohne Fett knusprig braten oder bei 200° im Ofen (Ober-/Unterhitze) knusprig backen. Im Ofen warmhalten. Den Risotto kurz vor Ende der Garzeit von der Herdplatte ziehen, Butter und Käse unterrühren, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und bei geschlossenem Deckel noch 2 min stehen lassen.
In tiefe, am besten vorgewärmte (z.B. im Ofen, der Speck steht ja sowieso drin) Teller geben, Speck darauf legen und mit den Kernen garniert servieren.


Ich hab's schon mal erwähnt: Ich LIEBE es. Auch mit Kürbis. Vegetarier lassen den Speck einfach weg.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Für Frühaufsteher: Sauerrahm-Apfelkuchen mit Honig

Herbstferienzeit! Als Kind eine tolle Zeit: Ausschlafen, nachmittags mit Freunden durch Feld, Wald und Wiese toben und abends schöööön lange aufbleiben und fernsehen, während es draußen stürmt. Das Paradies. Eigentlich.
Wäre da nicht mein Papa gewesen, der sich irgendwann in den Kopf gesetzt hat, mit Bekannten selbst Apfelwein zu produzieren. Zu diesem Zweck wurden die lieben Kleinen (also meine Schwestern und ich) in die ältesten halbwegs wasserdichten Klamotten und Sportschuhe gesteckt und zur Apfelernte kommandiert. "Super", dachten wir: Auf Bäume klettern, toben und Spaß haben.
HA! Nix da, viiiiieeeel zu gefährlich auf der Leiter. Wir mussten im nassen Gras hocken und auflesen, was der Papa so vom Baum schüttelte. Haufenweise Äpfel (die nicht selten zuvor schon eine schmerzhafte Zwischenlandung auf unseren Köpfen eingelegt hatten) wurden von zarten Kinderhänden in zahlreiche Eimer und Bütten verfrachtet. Die faulen hatte man mindestens 3 mal in der Hand, weil man sie immer in Richtung Schwester warf - und diese natürlich dann zurück. Nach 10 Minuten waren wir auch völlig durchnässt und richtig dreckig. Aber Spaß hatten wir dabei trotzdem. Glaube ich zumindest...
Heute bin ich jedenfalls froh, dass ich für die Äpfel für diesen Kuchen nicht schuften musste, die habe ich nämlich geschenkt bekommen...


Rezept für eine 26er Springform

Für den Teig:
120 g Mehl
100 g gemahlene Mandeln
25 g Puderzucker
80 g Butter
1 Eigelb
1 Prise Salz

Für den Belag:
4 säuerliche Äpfel
200 g Sauerrahm
2 Eier
50 g Puderzucker
ca. 2 EL Zitronensaft
1-2 EL Honig



Mehl, Puderzucker und Mandeln vermischen, mit Butter und Eigelb zu einem Teig verkneten, in Folie wickeln und kühl stellen. Er wird sehr weich, auch das Kühlen bringt da leider nicht ganz so viel...Derweil den Ofen auf 200 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Äpfel schälen und in schmale Spalten schneiden. Eier mit dem Puderzucker schaumig schlagen, dann Sauerrahm und Zitronensaft unterrühren. Die inzwischen eingefettete Springform mit dem Teig auskleiden, der Rand sollte ca 2 cm hoch sein, nicht mehr. Die Hälfte der Sauerrahmmasse auf den Teig geben, die Äpfel kreisförmig darauf verteilen und die restliche Masse darüber gießen. Etwa 20 min backen, dann mit 1-2 EL Honig beträufeln und in 15-20 min fertig backen. Evtl. würde ich den Teig beim nächsten Mal kurz vorbacken, da er mir (nicht am Rand, nur unten) ein wenig zu teigig war.



Kein Super-Knüller, aber ein wirklich leckerer Apfelkuchen. Mir hat er gut geschmeckt, und meinen Kollegen (die ich des öfteren als Versuchskaninchen missbrauche) glaube ich auch, denn am Ende des Tages war nicht mehr viel übrig...

Dienstag, 4. Oktober 2011

Nachgebacken: Schoko-Beeren-Torte mit Vanillequarkcreme

Vor einigen Wochen, stieß ich beim Stöbern in meinen Lieblings-Blogs, auf DIE Torte schlechthin. Simone von PimalButter hatte diese wunderschöne süße Sünde hergestellt. So klein, so hübsch, die MUSSTE ich haben. Ein paar Tage später habe ich mir die dafür benötigte 20er-Springform gekauft und noch einen Tag später das Projekt Traumtorte gestartet - und war enttäuscht.
Nicht vom Geschmack, auf keinen Fall: Die Torte schmeckt genauso fatastisch, wie sie bei Simone aussieht.
Ich habe aber irgendwas falsch gemacht, und die oberste Schicht wurde nicht fest. Toll. Schreckliche Bilder, absolut kein Material für den Blog.
2 Wochen später, Versuch Nummer 2. Ging auch daneben. Danach habe ich die Torten-Produktion erstmal auf Eis gelegt und geschmollt...
Letztes Wochenende, Versuch Nummer 3. Uuuuuund: Es hat geklappt!!! Die oberste Schicht war schön schnittfest und die Torte suuuuuper lecker. Dass die Bilder trotzdem nicht soooo toll sind, liegt wohl an mir, sorry! Ich muss wohl noch etwas üben, was das fotografieren angeht...
Das Rezept gibt es, wie gesagt, hier.




Ich kann nur nachdrücklich empfehlen, die Torte nachzubacken. Ein Traum!
In einer kleinen Form gemacht, so wie vorgesehen, erhält man zudem vernünftige Portionen, sodass man sich auch mal ein 2. Stückchen gönnen kann. Vielen Danke, liebe Simone, für dieses tolle Rezept!

Freitag, 30. September 2011

Wechselt nicht die Farbe: Scharfe Kürbissuppe

Wieder was gelernt: Wusstet ihr, dass ein Chamäleon seine Farbe nicht unbedingt zur Tarnung wechselt, sondern vor allem zur Kommunikation mit seinen Artgenossen? Oder dass der Name übersetzt "Erdlöwe" heißt? Oder, was mich als Bauing. besonders fasziniert: Dass ihre sogenannte "Schleuderzunge" eine Zugkraft von ca. 0,4 Newton bewirken kann? Spannend, oder?
Für diejenigen, die jetzt denken "Was soll das Gefasel über Chamäleons, hat sie nun völlig den Verstand verloren?" : NEIN.
Mir gehts gut. Ich wollte nur einen besonders tollen Beitrag schreiben und habe dafür über Chamäleons recherchiert, wobei ich auf diese ganzen interessanten Fakten gestoßen. Was das mit Essen zu tun hat? Nichts, das stimmt, aber für meine Kürbissuppe gestern abend habe ich nicht den üblichen Hokkaido-Kürbis gekauft, sondern ein etwas hübscheres Exemplar, das sich Chamäleon-Kürbis nannte. So kam dieser wirre Text zustande.
Und für alle, die ich damit vielleicht genervt habe: Diese Suppe macht es wieder wett, versprochen!



Zutaten für 4 Personen:

1 Chamäleon-Kürbis (ca. 600 g Fruchtfleisch blieben am Ende über, der ganze wog 1,1 kg)
2 kleine Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer (ca. 4 cm)
400 ml Gemüsefond
200 ml Kokosmilch
Salz, Pfeffer
Sojasoße
2 TL rote Currypaste
Sesamöl
Zitronensaft



Die Zwiebeln, den Knoblauch und den Ingwer klein schneiden. Kürbis schälen, entkernen und würfeln. Zwiebeln in Sesamöl glasig andünsten, Knoblauch und Ingwer dazugeben und kurz mitdünsten. Den Kürbis dazugeben, Fond angießen und ca. 20 min köcheln lassen, bis das Kürbisfleisch weich ist. Dann die Kokosmilch sowie die Currypaste dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, pürieren. Nochmals erhitzen, bei Bedarf mit Wasser/Brühe strecken, wenn die Suppe zu dick ist. Mit Sojasoße und Zitronensaft abschmecken und mit gerösteten Kernen bestreut servieren.



Oh mein Gott. Ich hätte mich am liebsten in die Suppe gelegt, ehrlich. Leider wird die Suppe nicht so schön orange, wie man es von anderen Kürbissuppen gewohnt ist, aber das tut ja dem Geschmack keinen Abbruch...

Mittwoch, 28. September 2011

Kartoffelpuffer mit Apfelmus

Die deutsche Woche ist ja leider kürzer ausgefallen, als geplant, da unter anderem ein Weinfest die Planung durcheinander warf. Sorry!
Deshalb gab es heute nochmal was Bodenständiges: Ganz simple, aber leckere Kartoffelpuffer! Mjam.
Damit ist es dann erst mal genug mit gutbürgerlicher Küche, wie ich finde. Gar nicht so einfach, sich nur auf deutsche Gerichte zu beschränken. Irgendwie will einem, obwohl es doch soooooo viele leckere Sachen gibt, bei der Essensplanung einfach nichts einfallen...
Also ich bin schon ganz froh, dass ab jetzt auch wieder etwas exotischer gekocht werden darf :)

Zutaten für 2 Personen

700 g Kartoffeln
1 Zwiebel
2 Eier
85 g Mehl
1 EL Speisestärke
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
neutrales Öl zum Ausbacken



Normalerweise sollte man zunächst das Apfelmus bzw -kompott zubereiten. Der Apfelsaft wurde beim Einkauf vergessen und Lust hatte ich auch nicht wirklich, daher hab ich ausnahmsweise geschummelt und gekauftes verwendet.
Ist das Kompott "gekocht", sollte man sich besser auf die Couch verziehen und jemand anderen die Puffer zubereiten lassen, denn man riecht danach verdächtig nach Frittenbude... Unschön.
Jedenfalls: Kartoffeln und Zwiebel schälen (lassen) und in eine Schüssel reiben (ich find's grob am leckersten). Ei, Mehl und Stärke dazugeben, gut vermischen und die Masse ordentlich mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. In einer großen Pfanne Öl erhitzen und nacheinander mehrere Puffer beliebiger Größe ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen, bei Bedarf im Ofen warmhalten. Mit Apfelkompott servieren.

Donnerstag, 22. September 2011

Bayrische Creme

Ich liebe ja Nachtisch. Und ich geb's ja zu: Ohne was Süßes nach dem Essen geht eigentlich gar nichts. Da kann ich auch noch so satt sein, und wenn es nur ein klitzekleines Stückchen Schokolade ist, es muss sein.
Da wir ja diese Woche nur deutsche Gerichte kochen wollen, musste auch ein entsprechendes Dessert her. Ich steh ja total auf Dampfnudeln und sowas, mein Mitesser aber nicht. Die Wahl fiel schließlich auf einen Klassiker: Bayerische Creme. Damit leiste ich dann auch zum ersten Mal überhaupt einen Beitrag zu einem Blog-Event. Zorra möchte nämlich zum 7.ten Bloggeburtstag vom kochtopf was Süßes. Kann Sie haben :). Und alles Gute zum Geburtstag!

7 Jahre kochtopf - Blitz-Blog-Event - Gib ihm Süsses! (Einsendeschluss 30. September 2011)


Zutaten für 6 Gläschen à 140 ml

2 ausgekratze Vanilleschoten
Mark von 1 Vanilleschote
400 ml Milch
3 Blatt Gelatine, weiß
100 g Zucker
4 Eigelb
200 g Schlagsahne



Die Milch mit dem Zucker und den Vanilleschoten aufkochen, derweil die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Eigelbe in eine Schüssel geben, die Vanilleschoten aus der Milch nehmen und diese zu den Eigelben gießen und verrühren. Den Mix zurück in den Topf geben und bei kleiner bis mittlerer Hitze ca. 5 min rühren, bis die Soße eine dickliche Konsistenz aufweist. Die Gelatine ausdrücken und in der heißen Soße auflösen, dann alles (auf Eis) abkühlen lassen. Die Sahne steif schlagen und unter die Creme heben. In Glässchen füllen und mindestens 4 Stunden kalt stellen.
Dazu gabs Erdbeersoße. Dafür einfach gefrorene Erdbeeren mit Puderzucker aufkochen, evtl. etwas Zitronen- oder Limettensaft zugeben, pürieren, durch ein Sieb streichen und abkühlen lassen. Eventuell mit frischen Beeren servieren.



Ich mach's kurz: I LIKE. Ups, das war nicht deutsch. Also: Guat woar's. Anregung für dieses Rezept Lust auf Genuss 03/2011

Mittwoch, 21. September 2011

Nostalgie-Essen: Käsespätzle

Es gibt so Gerichte, die Erinnerungen aus der Kindheit wecken, nicht wahr?
So bei mir die Käsespätzle.
Die gab es bei uns früher öfter, zumeist wenn die bayrische Patentante meiner Schwester zu Besuch war. Tante Liesel. Warum, weiß ich auch nicht, Spätzle sind doch schwäbisch, oder nicht? Oder ist das auch so ein Gericht, um das sich verschiedene Regionen streiten?
Mit ihr verbinde ich jedenfalls viele, wundervolle Erinnerungen. Sie hat nicht nur meine Mama tatkräftig unterstützt, als diese 3 kleine Kinder großzuziehen hatte und das gar nicht alles alleine schaffen konnte. Sie hat sich auch immer liebevoll um uns 3 Mädels gekümmert, mit uns wunderschöne Tage im Tierpark verbracht, dafür gesorgt, dass es uns bei zahlreichen Übernachtungen in ihrem riesigen Haus an nichts fehlt und war immer für uns da. Hat jedem von uns immer den Kopf zurechtgerückt, wenn wir nicht weiter wussten und in Begriff waren, den falschen Weg einzuschlagen. Und hat unsere ersten "Koch"-Erfahrungen betreut und sogar "probiert", als wir wild und wahllos tausend verschiedene Gewürze mit Grieß und Wasser vermatscht haben und ihr das servierten. Hach, kleine Kinder kann man so einfach glücklich machen.
Bei diesen schönen Erinnerungen werde ich bisschen traurig, denn sie ist leider nicht mehr da. Aber ich bin dankbar für alles, was ich mit ihr erlebt habe und dass ich eine Frau mit einem so großen Herzen kennenlernen durfte. Ich werde sicherlich noch oft an sie denken. Wenn ich Käsespätzle mache garantiert...

Zutaten für 4 (hungrige) Personen

500 g (Spätzle-)mehl und Mehl für die Zwiebeln
5 Eier, 3 Eigelb (Größe M)
Wasser
1 TL Salz
3 Zwiebeln
100 g Butter
80 g Allgäuer Bergkäse, gerieben
80 g Gouda, gerieben
Schnittlauch



Mehl mit Eiern, Eigelben, Wasser (soviel wie nötig, um einen zähen Teig zu erhalten) und 1 TL Salz in einer großen Schüssel verrühren und mit einem Holzlöffel so lange schlagen, bis der Teig große Blasen wirft. Er sollte zäh vom Löffel fließen, ohne zu reißen. Wenn er zu dick ist, einfach mehr Wasser zufügen.
Den Teig durch eine Spätzlepresse in kochendes Salzwasser drücken. Fertige Spätzle schwimmen an der Oberfläche, können abgeschöpft werden und in einem Sieb gut abtropfen. Wer das kann, benutzt ein Spätzlebrett, aber das traue ich mich nicht. Also ich greife lieber auf die Presse zurück.
2 Zwiebeln schälen, halbieren, in dünne Scheiben schneiden und mit Mehl bestäuben. Die Hälfte der Butter in einer Pfanne zerlassen, die Zwiebeln darin goldbraun braten, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen. Zwiebel Nr. 3 abziehen und fein würfeln, Schnittlauch in Röllchen schneiden. Restliche Butter in einer großen Pfanne erhitzen, die Zwiebelwürfel darin anbraten. Die Spätzle dazugeben und unterheben. Dann den Käse hinzufügen und schmelzen lassen. Die Spätzle in tiefen Tellern mit Zwiebeln und Schnittlauch bestreut servieren.




Dazu kann ich nur sagen: Hmm... Wie früher. Ich liebe Käse.
Das Rezept stammt allerdings nicht von unserer Tante Liesel, denn solche urbayrischen Tanten brauchen keine Rezepte. Für diese Spätzle haben wir mal wieder in die Lust auf Genuss (03/2011) geschaut. Diese Ausgabe enthält nämlich nur typisch deutsche Gerichte, was natürlich super in unsere Wochenplanung passt. Kann ich nur empfehlen, eine wirklich schöne Zeitschrift. Das Rezept für die Spätzle hab ich etwas geändert und andere Käsesorten verwendet (ungewollt). Ich konnte nämlich den Einkaufszettel beim besten Willen nicht entziffern und habe dann leider auf den falschen Käse getippt...

Dienstag, 20. September 2011

Wenn's kracht und knuspert: Schweinekrustenbraten

Ich liebe knusprige Speisen... Wenn's im Mund schön kracht und knuspert ist das einfach nur toll und immer lecker. Egal, ob Süßspeise oder Deftiges, Kruste bedeutet automatisch "gut", oder nicht? Ein paar Beispiele:
- Knusprige Brotkruste und weiche Krume - hmmm!
- Wer unknusprige Bratkartoffeln? Oder gummiartige Brötchen vom Vortag, in einer Plastiktüte aufbewahrt und nicht mal aufgebacken?
- Crème brûlée ohne knackig karamellisierten Zucker?
Ich glaube, ich habe meinen Standpunkt klargemacht. Heute gab's, gutbürgerlich, einen klassischen SchweineKRUSTENbraten... Mit schöner, knuspriger Kruste!?



Hoppla, hab ich das Rezept vergessen?
Nein.
Mit Absicht weggelassen. Denn trotz des sehr vielversprechenden Rezeptes ist wohl irgendetwas schief gelaufen: Die Schwarte war so gar nicht knusprig. Sehr schade, es hat allerdings trotzdem gut geschmeckt, das Fleisch war schön saftig und die Sauce zwar etwas fettig, aber (Fett ist halt Geschmacksträger) lecker.
Das Rezept gibt es dann beim nächsten Mal, wenn es bis zu ausreichender Knusprigkeit perfektioniert wurde...

Montag, 19. September 2011

"O' zapft is!" - Gutbürgerliche Woche bei Ko(ch)lloquium

Das Oktoberfest in München hat begonnen, was zahlreiche Lebensmittelmärkte zum Anlass nehmen, deutsche und vor allem bayrische Spezialitäten in ihr Angebots-Heftchen zu packen. So auch unser Lieblings-Edeka-Markt. Es wimmelte nur so von Haxen, Händl und Hefeweizen. Das wiederum hat mich dazu bewogen, folgendes zu beschließen: Diese Woche steht ausschließlich deutsche Küche auf dem Speiseplan. Pizza, Pasta und Co. sind demnach gestrichen und machen Platz für die vielen heimischen Leckereien, die diese Woche auch noch wirklich günstig zu bekommen sind.
Und so starten wir heute Abend zwar ohne viel Aufwand und Rezept, aber trotzdem lecker in diese Woche, denn es gibt:

WEIßWÜRSTE MIT SÜßEM SENF UND LAUGENBREZELN


Damit auch ein ganz lieben Gruß an meine tolle Zwillingsschwester in Australien, die bei meinem Besuch im Juni unglaubliche 3,50 Dollar (glaube ich, jedenfalls war's unglaublich viel) für eine gaaaaanz normale Laugenbrezel ausgegeben hat. Ich hoffe, die Aussicht auf leckeres, deutsches Essen macht dir den nahenden Abschied ein kleines bisschen leichter!

Donnerstag, 15. September 2011

Von einem, der die Runde macht: Paules Schuedi

Vor einigen Wochen ist er mir zum ersten Mal begegnet: Der Schuedi von Paules Oma. Und zwar bei Paules Ki(t)chen. Das Original an sich fand ich zwar interessant, es stand aber auf meiner Nachback-Liste nicht ganz oben. Bis dann diese Variation auftauchte, und das nicht nur bei Paule, sondern auch hier. Die wollte ich, unbedingt und am liebsten innerhalb der nächsten halben Stunde. Daraus wurde natürlich nichts: Keine Zeit, keine Hefe, kein Mohn und keine Mirabellen . Gestern hatte ich Zeit, Hefe und Mohn. Aber keine Mirabellen! Ich habe die Mirabellen-Zeit tatsächlich verpasst, darf das denn wahr sein? Einen kurzen Moment war ich verzweifelt und wollte alle Back-Pläne des gestrigen Nachmittags schon in den Wind schießen, als mir ein Gedanke kam. Hatte Paule nicht eine Schuedi-Reihe angekündigt, mit vielen Variationen des mittlerweile ja fast berühmten Originals? Warum also nicht einfach selbst eine kleine Abwandlung kreieren?
Herausgekommen bei diesem Experiment ist, leider fast banal, aber dennoch lecker:

SCHUEDI MIT BIRNEN UND VANILLE-BUTTER


Hier nochmal das Grundrezept von Paules Ki(t)chen mit meinem Belag

Für den Teig (wenn möglich zimmertemperiert):
350 g Mehl Typ 550
160 g Milch
20 g frische Hefe
50 g Butter
30 g Rohrzucker
1 Ei
1 TL Salz

Für den Belag:
80 g weiche Butter
1 1/2 EL Rohrzucker
Mark von 1 Vanilleschote
4 kleine Birnen (ca. 400 g)



Hefe in 3 Esslöffel Milch auflösen und beiseite stellen.

Restliche Milch, Butter und Zucker erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist. Auf mindestens 38°C abkühlen lassen, sonst sterben die Hefekulturen ab.

Mehl in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Milchmischung hinzugeben, sowie Ei und aufgelöste Hefe. Alles 4 Minuten auf Stufe 1 (von 4) kneten. Salz hinzugeben und auf Stufe 2 weitere 8 Minuten kneten. Zugedeckt 40 Minuten ruhen lassen.

Eine passende Tarte- oder Backform buttern und mehlieren. (Ich wollte ursprünglich einen kleinen Schuedi in einer 20er Springform backen, bis mir auffiel, dass in den Teig 1 ganzes Ei gehört. Wie sollte ich das halbieren? Habe dann doch die volle Menge genommen und 2 kleine Schuedis gebacken.)

Den Teig kurz entgasen, rund formen und mit den Händen in die Form(en) drücken. Zugedeckt ca. 30-40 Minuten gehen lassen.

Backofen rechtzeitig auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Butter für den Belag mit dem Zucker und dem Vanillemark verrühren. Birnen schälen, das Kerngehäuse entfernen und klein schneiden (in etwa die Größe von halbierten Mirabellen ;) ).

Mit dem Daumen dicht nebeneinander Vertiefungen in den Teig drücken, mit einem kleinen Löffel (okay, ich gebe zu, ich habe die Finger genommen) die Buttermischung auf die Löcher verteilen und die Birnenstückchen hineindrücken.

Im vorgeheizten Ofen ca. 30 min backen. Abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreut servieren.



Auch ich reihe mich hiermit in die lange Schlange der Schuedi-Begeisterten ein. Der Teig ist sowas von lecker! Das mit den Mirabellen macht mich zwar immer noch traurig, aber mit Birnen hat es mir auch geschmeckt. Danke also für das tolle Rezept, Paule!